Leben ist mehr!

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer widmet sich in der ZDF-Sendereihe LEBEN IST MEHR! Themen aus Gesellschaft und Medizin. Er trifft in seinen Sendungen engagierte Menschen, die sich in einer Umbruchsituation befinden und ihr Leben bewusst gestalten.

Mit den Kräften am Ende

Am Buß- und Bettag, 19. November 2014, im ZDF

Am Buß- und Bettag will Dietrich Grönemeyer in der Reihe „Leben ist mehr!“ erfahren, was es bedeutet, wenn ein Angehöriger pflegebedürftig ist. Was tun, wenn die Belastung unerträglich wird?

Auf den ersten Blick wirkt Heinz P. sportlich, drahtig, fit. Doch „ich bin einfach am Ende“, sagt der 75-Jährige. Schlafmangel und Überarbeitung saugen seine letzten Energiereserven aus. Der Grund: Seit Jahren pflegt Heinz P. seine gleichaltrige Frau Lisa, die an Parkinson und Demenz leidet und nach einem Oberschenkelhalsbruch vor sechseinhalb Jahren auf den Rollstuhl angewiesen ist.

Die Aufgabe fordert ihn rund um die Uhr. „Seit ein bis zwei Jahren ist die Leistungsfähigkeit nicht mehr so da“, klagt der Rentner. „Mein Nervenkostüm hat arg gelitten in all den Jahren“, berichtet er Dietrich Grönemeyer, der für die diesjährige Buß- und Bettags-Ausgabe seiner Sendung „Dietrich Grönemeyer – Leben ist mehr!“ ein Thema beleuchtet, das jeden von uns betreffen kann: Was passiert, wenn ein Angehöriger pflegebedürftig ist und die Belastung unerträglich wird?

Ein Pflegeheim mit neuem Konzept

Dietrich Grönemeyer erlebt am Buß- und Bettag, in welches Dilemma pflegende Angehörige stürzen, wenn sie das nicht mehr schaffen, was sie doch so gern tun würden: sich liebevoll um ihren Vater, ihre Mutter, ihren Ehegatten zu kümmern. Denn Heinz P. erwägt, seine Frau in ein Pflegeheim zu geben. Eine Entscheidung, die ihn schwer belastet, in Gewissensnöte bringt.

 

Er besucht mit seiner Frau das Maria-Martha-Stift in Lindau, eine Einrichtung, die schon mehrere Preise für ihr Pflegekonzept gewonnen hat. Doch hält das Martha-Maria-Stift, was sich Heinz P. davon verspricht? Dietrich Grönemeyer verschafft sich selbst einen Eindruck, spricht mit einer Angehörigen, die vor vier Jahren ihre Mutter hier untergebracht hat, mit einer Pflegerin und der Heimleiterin über ein hierzulande noch fast unbekanntes Konzept, nach dem die Einrichtung arbeitet.

Liebevoll pflegen und
dennoch eigenständig leben

Über all dem steht die Frage: Kann es gelingen, dass Pflegebedürftige geschätzt, ernst- und immer wieder in den Arm genommen werden – und dass gleichzeitig auch liebevoll um sie bemühte Angehörige ihr eigenes Leben frei von schlechtem Gewissen leben können?

Es gilt, Entscheidungen zu treffen, sein Gewissen zu prüfen – und so im Sinn des Buß- und Bettags zu tun, sich selbst und seine Positionen zu hinterfragen.