Leben ist mehr!

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer widmet sich in der ZDF-Sendereihe LEBEN IST MEHR! Themen aus Gesellschaft und Medizin. Er trifft in seinen Sendungen engagierte Menschen, die sich in einer Umbruchsituation befinden und ihr Leben bewusst gestalten.

In der Armutsfalle?

Am Reformationstag, 31. Oktober 2014, im ZDF

Dietrich Grönemeyer will am Reformationstag erfahren, was Kinderarmut in einem Wohlstandsland eigentlich ist. Wie prägt Armut das Leben der Kinder, und wie muss sich unsere Gesellschaft ändern?

Jennifer H. tut alles, damit ihre Kinder Jonathan und Lisa nicht spüren, dass das Geld jeden Monat mehr als knapp ist. Dass sie von Hartz IV leben müssen, dass jede außergewöhnliche Ausgabe die Familie in eine Krise stürzt. Doch es gelingt ihr nicht immer: „Ich merke öfter, dass wir einen Stempel haben“, erzählt die Mitt-Vierzigerin Dietrich Grönemeyer, der sie in Offenbach besucht.

„Es ist ein Stück weit eine Ausgrenzung.“ Die Kinder von Jennifer H. sind nicht allein: In Deutschland leben über 2,5 Millionen Kinder in Einkommensarmut. Das entspricht etwa 19,4 Prozent aller Personen unter 18 Jahren. Das Ausmaß der Kinderarmut ist seit vielen Jahren gravierend hoch, so die Analyse des Deutschen Kinderschutzbundes.

Wie prägt Armut das Leben?

Dietrich Grönemeyer will am Reformationstag erfahren, was Kinderarmut in einem Wohlstandsland eigentlich ist. Wie prägt Armut das Leben der Kinder, und wie muss sich unsere Gesellschaft ändern, damit sich die Perspektiven für sie verbessern? Deshalb begegnet er auch Maximilian M.: „Im Gymnasium hatte ich immer das Gefühl, ich bin ein Sonderling“, erinnert sich der heute 30-Jährige.
Erst heute kann er sich das so richtig erklären: Er kam mit Flohmarktklamotten in die Schule, wo andere Markenkleidung trugen. Er musste mit 14 neben der Schule arbeiten.

 

Bei ihm zuhause brach die Krise aus, wenn eine Klassenfahrt anstand. Der Grund: Seine Mutter musste ihn in der Hochpreismetropole München allein großziehen, Unterhaltszahlungen blieben aus. Maximilian M. gelang es, sich aus der Armutsfalle herauszukämpfen. Heute engagiert er sich ehrenamtlich für benachteiligte Jugendliche, gibt ihnen Nachhilfe.

Sich nicht unterkriegen lassen!

Immer wieder packt Jennifer H. die Angst, in der Armutsfalle hängenzubleiben, aus der sich Maximilian M. befreien konnte. Aber sie will sich nicht unterkriegen lassen: „Manchmal frage ich mich, wo ich die Kraft herbekomme. Aber ich glaube einfach an das Größere“, erzählt sie Dietrich Grönemeyer. Woran Jennifer H. nicht glaubt: dass es ohne Unterstützung der Gesellschaft einen Ausweg geben wird.

Es ist ein Appell, der gerade am Reformationstag seine besondere Bedeutung bekommt: Denn gesellschaftliche Erneuerung und die Verantwortung des Einzelnen dafür stehen an diesem Tag im Mittelpunkt.