Nach üppigen Speisen und Alkohol leiden viele Menschen unter Sodbrennen, besonders wenn sie sich anschließend bücken oder hinlegen. Ist der Magen auf einer Höhe mit Hals und Gesicht oder drückt von unten ein deftiger Braten zur Speiseröhre, kann die Magensäure mitunter den Hals rauf fließen und verursacht dabei ein brennendes Gefühl.

Hierzulande hat jeder vierte Erwachsene ab und zu mit Sodbrennen zu kämpfen. Treten die Symptome selten auf, ist Sodbrennen lästig, aber nicht gefährlich. Haben Sie hingegen häufig Sodbrennen, kann dies ein Hinweis auf eine Refluxkrankheit sein.

Ab wann Sie zum Arzt müssen, welche Ursachen Sodbrennen hat und wie Sie es verhindern können, erfahren Sie hier.

Sodbrennen Definition

Von Sodbrennen spricht man, wenn man brennende Schmerzen hinter dem Brustbein verspürt, die mitunter bis in den Rachen hinaufreichen. In 90% der Fälle geht Sodbrennen mit einem Reflux einher. Das heißt, dass Magensäure (manchmal mitsamt etwas halbverdautem Inhalt) sich am Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre durchdrückt und die Schleimhaut in Hals und Rachen reizt.

Hat Sodbrennen seine Ursache in einem gestörten Zusammenspiel von Zwerchfell und Schließmuskel – tritt Sodbrennen also krankheitsbedingt auf – bezeichnet man es als Refluxkrankheit (Gastroösophagealen Refluxkrankheit – GERD).

Sodbrennen Symptome

Die Beschwerden können vielfältig sein:

  • Brennende Schmerzen auf der Höhe des Brustbeins, die sich bis in den Hals ausdehnen können
  • Saures oder vermehrtes Aufstoßen
  • Schluckstörungen
  • Chronische Heiserkeit
  • Druckgefühl im Brustraum
  • Speiseröhren-, Kehlkopf- und Halsentzündungen
  • Schädigungen des Zahnfleisches und der Zähne

Sodbrennen Ursache

Bis zu einem gewissen Grad hat jeder Mensch einen Reflux von Mageninhalt, z.B. beim Aufstoßen, das durch eine vorübergehende Entspannung des Speiseröhrenschließmuskels zustande kommt.

Das komplexe Zusammenspiel von Zwerchfell und Schließmuskel (Sphinkter) ist aber bei der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) gestört. Die Speiseröhre verläuft auf dem Weg zum Magen durch einen kleinen Spalt im Zwerchfell. Ist der Spalt zu groß, kann die Speiseröhre an der entsprechenden Stelle erweitert sein und der Mageninhalt dadurch besonders leicht wieder in die Speiseröhre zurücklaufen.

Dies wird als Hernie (Zwerchfellbruch) bezeichnet. Eine Hernie an sich ist völlig harmlos, sie kann aber von Bedeutung werden, wenn sie zum Reflux beiträgt. Ferner kann der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre eine zu geringe Spannung haben.

Eine weitere Ursache ist die Entspannung des Schließmuskels aufgrund einer Dehnung des Magens. Risikofaktoren für die Entstehung der GERD sind sehr reichhaltige Mahlzeiten und viel Bauchfett, das den Druck im Bauchraum erhöht. Alkoholgenuss, Rauchen, Stress und bestimmte Medikamente fördern die Magensäureproduktion und damit auch die Entstehung einer GERD.

Sodbrennen Diagnose

Diagnostisch muss zwischen einem eher harmlosen, aber lästigen funktionellen Sodbrennen ohne massiven Reflux und einer gastroösophagealen Refluxkrankheit unterschieden werden.

Auch ein tumoröses Geschehen in der Speiseröhre oder im Magen muss frühzeitig ausgeschlossen werden. Dazu dient eine Magenspiegelung (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie). Der Zustand der Speiseröhre und des Magens kann besichtigt, gegebenenfalls eine Gewebeprobe entnommen werden.

Ein weiteres diagnostisches Mittel ist die Messung des pH-Wertes in der Speiseröhre vermittels einer Sonde.

Sodbrennen Behandlung & Vorbeugung

Therapeutisch beginnt die Intervention bei der Beratung zu einer Änderung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten: Süßigkeiten, fettige, scharfe und saure Speisen, Alkohol und Nikotin sollten gemieden werden. Besser sollte man am Tag viele kleine Mahlzeiten als eine große zu sich nehmen, Übergewicht muss reduziert werden.

Aus dem Bereich der Phytotherapie können Fenchel-, Anis- und Kümmeltee die Beschwerden lindern, ebenso die dosierte Einnahme von Rosenöl.

Bei einer vorliegenden GERD allerdings müssen die Maßnahmen medikamentös und gegebenenfalls auch chirurgisch unterstützt werden.

An erster Stelle der medikamentösen Therapie stehen die Antiazida, die die Magensäureproduktion senken. Effektiver in der Senkung der Säureproduktion sind H2-Antihistamika, v. a. in der Nacht. Das wirksamste Medikament ist der sogenannte Protonenpumpenhemmer, durch den ein Enzym blockiert wird, das an der Magensäureproduktion beteiligt ist.

Operative Maßnahmen wie die sogenannte laparoskopische Fundoplicatio verändern die natürliche Anatomie von Speiseröhre und Magen, um den Reflux mechanisch zu unterbinden. Der Erfolg ist aber nicht gewährleistet, kann nach Jahren wieder nachlassen.

Darüber hinaus gibt es bei jeder Operation die Gefahr von Komplikationen und unerwünschten Nebenwirkungen, z. B. kann die Fähigkeit, aufzustoßen, verlorengehen.