Das Thema Fasten ist aktuell wie nie und kombiniert zahlreiche gesundheitliche Aspekte: Während eine Trinkkur reinigend auf Körper, Seele und Geist wirkt und dabei hilft, mentalen und körperlichen Ballast abzuwerfen, schwören andere auf den therapeutischen Nutzen bei zahlreichen Beschwerden.

Mittlerweile spricht sich auch die Schulmedizin für das facettenreiche Potential des Heilfastens zur Gesundheitsförderung aus. Kein Wunder, dass der bewusste Verzicht auf feste Nahrung voll im Trend liegt.

Im Gegensatz zu einer klassischen Diät zielt Heilfasten nicht in erster Linie auf das Schmelzen überflüssiger Pfunde ab. Eine Verbesserung des Gesundheitszustands und die Steigerung des Wohlbefindens stehen an erster Stelle. Das ändert sicher nichts daran, dass viele Gesundheitsbewusste den begleitenden Gewichtsverlust sehr zu schätzen wissen. Obwohl Heilfasten meistens mit Buchinger Fasten assoziiert wird, gibt es durchaus weitere Fastenmethoden zu Heilzwecken.

Dieser Heilfasten Ratgeber stellt verschiedene Formen des Heilfastens vor und nennt Vor- und Nachteile der einzelnen Fastenformen. Durch die informativen Tipps können Sie herausfinden, welche Fastenart am besten zu Ihnen passt. Zusätzlich erfahren Sie, was Sie beachten sollten, um mithilfe von Gemüsebrühe, frischen Kräutern und Co. erfolgreich abnehmen zu können.

Falls im Artikel nicht anders angegeben, beziehen sich die Angaben auf das klassische Buchinger Fasten bzw. auf eine Fastenkur mit Wasser, Tee und Saft.

Definition Heilfasten

Laut der Leitlinien der ÄGHE (Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung) ist Fasten als freiwilliger Verzicht auf feste Nahrung für eine begrenzte Zeit definiert. Gleiches gilt für den freiwilligen Verzicht auf Genussmittel wie Alkohol.

Diese klassische Trinkkur (Nahrungskarenz) ist keine Null-Diät bzw. kein totales Fasten, da es neben Wasser und ungesüßten Kräutertees auch 250 ml Saft, Gemüsebrühe und geringe Mengen an Honig gibt. In Abhängigkeit der gewählten Methode auch Molke und weitere Getränke. Das Trinken versorgt Ihren Körper über den Tag verteilt mit 200 bis maximal 500 Kilokalorien.

Was ist Heilfasten?

Heilfasten geht auf eine jahrtausendalte Tradition zurück. Im Gegensatz zu einer Diät zielt die Idee des regelmäßigen Fastens nicht in erster Linie auf eine Gewichtsreduktion ab. Die Regeneration des Körpers und die Heilung bzw. Verbesserung von Autoimmunerkrankungen, Allergien und weiteren chronischen Erkrankungen steht im Mittelpunkt.

Beim „heilenden Fasten“ geht es mehr als um rein physiologische Ziele und Optimierungen des Gesundheitszustands. Neben des therapeutischen Fastens ist Heilfasten auch als Kur zur Steigerung des Wohlbefindens und zur Neuorientierung beliebt. Daher besitzt Fasten zu Heilzwecken durchaus spirituelle Anteile – als Reinigung von Körper, Geist und Seele.

Heilfasten ist eine sinnvolle Möglichkeit, Ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren und Ihre Leistungsfähigkeit dank neu mobilisierter Energien zu verbessern.

Der entscheidende Vorteil: Korrekt durchgeführt entsteht beim Fasten kein physiologisches Hungergefühl – Appetit auf Lieblingsspeisen entsteht im Kopf. Diese imaginären Gelüste sind vor allem in den ersten Tagen eine teils extreme Herausforderung, motiviert am Heilfasten Plan dranzubleiben.

Grundlagen Heilfasten

Bei einer klassischen Fastenkur steht eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr im Mittelpunkt. Während des Fastens sind Genussmittel wie Kaffee, Alkohol und Tabakkonsum tabu – schließlich stehen die Zeichen auf Entgiftung. Auch wenn schwarzer Kaffee durchaus eine wissenschaftlich belegte zellreinigende Wirkung besitzt, steht der hohe Koffeingehalt aufgrund aktivierender Effekte der Entspannung im Weg.

Modernere Fastenpläne erlauben hingegen kleine Mengen an Kaffee: Gesunde Menschen können durchaus von schwarzem Kaffee profitieren, da das beliebte Heißgetränk die Autophagie (Zellreinigung) des Nahrungsverzichtes unterstützt.

Bei einer Übersäuerung aufgrund einer zu hohen Aufnahme von Fleisch, Alkohol, Kaffee, Weißmehl und Zucker ist Kaffee hingegen weniger geeignet, um sich an einen gesünderen Lebensstil im Anschluss an die Fastenzeit zu gewöhnen.

Damit Ihr Körper mit ausreichend Flüssigkeit versorgt wird, sollten Sie mehrere Liter Flüssigkeit (mindestens 2500 Milliliter) trinken. Die Basis bilden kalorienfreie Getränke wie Leitungs-, Heil- oder Mineralwasser sowie ungesüßter Kräutertee.

Bei niedrigem Blutdruck sind zudem auch beim Klassiker Buchinger kleine Mengen an grünem oder schwarzen Tee erlaubt. Hier gilt wie beim Kaffee: Neuere Varianten stufen auch mehrere Tassen koffeinhaltigen Tees als unproblematisch bzw. aufgrund antioxidativer Wirkung sogar als sinnvoll ein – allerdings pur, also ohne Milch und Zucker.

Leicht anregend auf den fastenden Organismus wirkt zudem ein Ingweraufguss, der zusätzlich eine angenehm wärmende Wirkung entfaltet. Wer keinen Ingwer mag, kann am Morgen und am Nachmittag auch heißes Wasser mit Zitrone langsam und in kleinen Schlucken trinken, um den Stoffwechsel und Kreislauf sanft zu aktivieren. Am Abend ist dann warmes Wasser mit beruhigenden Kräutern wie Melisse oder Lavendel die bessere Wahl.

Um Ihrem Körper ausreichend Mikronährstoffe zuzuführen – und um Kreislaufprobleme aufgrund einer Unterzuckerung zu vermeiden –, sind laut Heilfasten Anleitung kalorienhaltige Getränke wie frisch gepresster Bio-Saft aus Obst und Gemüse (ein bis zwei Gläser pro Tag) und kleine Mengen an Honig erlaubt bzw. sogar sinnvoll. Wichtig ist jedoch, dass die Kalorienzufuhr unter 500 Kilokalorien bleibt, um den Körper im Fastenmodus zu halten.

Während die klassische Gemüsebrühe (frisch gekocht statt Instantbrühe!) Ihren Körper vor allem mit basischen Mineralstoffen versorgt, liefern frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte einen Mix aus Antioxidantien, Vitaminen und Mineralstoffen. Muss es mal schneller gehen, ist alternativ auch ein hochwertiger Direktsaft (kein Konzentrat) aus dem Kühlregal gesund. Ein weiterer Vorteil von Saft: Der Genussfaktor verwöhnt Ihre Geschmacksknospen und erleichtert das Durchhalten.

Grundlagen Heilfasten auf einen Blick:

  • Maximal 500 Kilokalorien in Form von Getränken*
  • Keine Genussmittel
  • Keine feste Nahrung**
  • Hohe Zufuhr kalorienfreier Getränke

* Gilt für das klassische Heilfasten. Je nachdem, ob die Fastenkur strikt oder flexibel ausgeführt wird, werden beim modernen Saftfasten „Juicing“, beim Molkefasten und bei der Mayrkur teilweise mehr Kalorien zugeführt.
** bei der Semmelkur nach F. X. Mayr sind je nach Phase helle Brötchen im Mix mit Milch erlaubt.

Heilfasten Methoden

Neben der klassischen Buchinger Kur gehören weitere Fastenarten zur Kategorie des Heilfastens. Um im Fastenmodus zu bleiben, ist es bei allen Fastenvarianten sinnvoll, nicht mehr als 500 Kilokalorien aufzunehmen. Beim Buchinger Fasten werden nur 200 bis 300 Kilokalorien pro Tag zugeführt.

Heilfasten-Methoden auf einen Blick:

  • Buchinger Fasten
  • Mayr Kur
  • Molkefasten
  • Saftfasten „Juicing“

Heilfasten nach Buchinger

Die bekannteste Fastenvariante wurde von Dr. Otto Buchinger entwickelt, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Buchinger selbst konnte durch den Nahrungsverzicht seine Gelenkentzündungen erfolgreich lindern.

Im Verlauf der Fastenkur nach einem oder mehreren Entlastungstagen mit anschließender Darmreinigung werden täglich 200 bis 300 Kilokalorien in Form von Wasser, Kräutertee mit etwas Honig, Obst- und Gemüsesaft sowie der klassischen Fastenbrühe aufgenommen. Nähere Informationen haben wir für Sie unter „Ablauf Buchinger Fasten“ gesammelt.

Mayr Fastenkur (Milch-Semmel-Diät)

Im Gegensatz zu den anderen Fastenkuren werden in einer Phase dieser Diät auch feste Lebensmittel in Form von Semmeln serviert. Die vom österreichischen Arzt Dr. Franz Xaver Mayr entwickelte Ernährungsform ist auf längere Zeit angelegt, um das Ernährungsverhalten langfristig umzustellen. Die Fastenkur basiert auf den drei Prinzipien „Schonung des Magen-Darm-Traktes“, „Säuberung“ und „Schulung“.

Bei dieser Variante handelt es sich um einen ganzheitlichen Ansatz, der sich aus aus verschiedenen Etappen zusammensetzt. Sie startet mit Teefasten, gefolgt von der traditionellen Milch-Semmel-Kur und einer anschließenden Ableitungsdiät. Im Mittelpunkt der Fastenkur nach Mayr steht eine effektive Darmreinigung und eine Entsäuerung, die darauf abzielen, Ihr physiologisches und psychisches Wohlbefinden zu erhöhen.

Die Mayr Heilfasten-Kur wird insbesondere bei Funktionsstörungen des Verdauungssystems empfohlen. Nähere Informationen zur Semmelkur nach Dr. med F. X. Mayr präsentieren wir Ihnen unter „Ablauf Mayr Kur“.

Molkefasten

Während bei der Molke-Diät oder Molke-Kur einzelne oder mehrere Mahlzeiten durch Molke ersetzt werden, ist Molkefasten eine Trinkkur, in der nichts gegessen wird. Neben einem Liter Kur-Molke wird ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser und geringen Mengen an frischen Obstsäften aufgenommen.

Zusätzlich stehen spezielle Pflanzensäfte wie Artischocke, Brennnessel, Löwenzahn oder Weißdorn auf dem Fastenplan. Die maximale Kalorienaufnahme liegt entsprechend der Grundlagen des Heilfastens bei 500 Kilokalorien. Molke liefert einen Mix aus essentiellen Aminosäuren, Mineralstoffen, Vitaminen und Laktose, die den Fettabbau zugunsten eines reduzierten Muskelabbaus steigern soll.

Achtung: Wird zur Verbesserung von Autoimmunerkrankungen oder Allergien gefastet, ist Molkefasten nur bedingt geeignet. Denn die in Milchprodukten enthaltenen Proteine können Allergien und immunologische Erkrankungen bei Veranlagung triggern.

Saftfasten „Juicing“

Beim modernen Saftfasten „Juicing“ werden über den Tag verteilt mehrere Gläser Saft getrunken – am besten frisch gepresst. Im Vordergrund des Saftfastens steht die Entlastung des Verdauungssystems durch den Verzicht auf feste Nahrung.

Durch die hohe Aufnahme an Antioxidantien, Vitaminen und Mineralstoffen wird Saftfasten auch als Basenfasten bezeichnet. Der hohe Gehalt an Mineralien kann Ihren Säure-Basen-Haushalt positiv beeinflussen.

Da es keine einheitliche Definition des modernen „Juicings“ gibt, sind auch Varianten mit zwei bis drei Litern Obstsaft bekannt. Allerdings kann die Zucker- und Energieaufnahme dann schnell in die Höhe schießen und einer Entsäuerung des Organismus im Wege stehen.

Um gesundheitlich optimal zu profitieren und den Zuckergehalt möglichst gering zu halten, sollten Sie Obstsäfte mit Gemüsesaft ergänzen oder bestenfalls zum Großteil ersetzen. Für eine Extraportion Mikronährstoffe ist es vorteilhaft und gleichzeitig nachhaltig, Gemüse, frische Kräuter und Co. am besten selbst zuhause zu entsaften und frisch zu genießen.

Die Kalorienzufuhr beträgt beim Saftfasten idealerweise zwischen 300 und 500 Kilokalorien, um in den Fastenmodus zu gelangen.

Zu den vitaminreichen Säften gibt es reichlich Wasser und ungesüßten Tee. Im Vordergrund der Saftkur steht im Sinne des Heileffektes eine Auszeit für Körper (allen voran für das Verdauungssystem) und Geist sowie eine Reflexion des bisherigen Lebensstils. Entsprechend sollte auch das Saftfasten mit moderater Bewegung und ausreichend Entspannung kombiniert werden. Im Anschluss ist eine vollwertige, pflanzenbetonte Ernährung sinnvoll.

Achtung: Das klassische Fasten wird teilweise auch als Saftfasten bezeichnet, allerdings sind im Gegensatz zur modernen Saftfastenkur nur geringe Mengen an Saft (ca. 250 ml) erlaubt.

Ablauf Heilfasten – Anleitung

Der Ablauf einer Heilfasten Kur richtet sich nach der jeweiligen Fastenmethode. Dennoch ist der Grundaufbau gleich. Heilfasten startet mit einem oder mehreren Entlastungstagen mit leicht verdaulicher, kalorienreduzierter Kost. Im Anschluss folgt das eigentlich Fasten, das in der Regel durch eine Darmreinigung initiiert wird.

Beim therapeutischem Nahrungsverzicht wird die Trinkkur durch unterstützende Maßnahmen wie Bauchmassagen, Einläufe, Leberwickel, Bewegungs- und Entspannungseinheiten begleitet. Diese können Sie auch im Alleingang in Ihrem Haus bzw. in Ihrem Garten oder bei einem Ausflug ins Grüne umsetzen.

Anleitung Leberwickel: Einen entgiftenden Leberwickel können Sie als Hausmittel ganz einfach selbst herstellen: Legen Sie dafür einen feuchten, heißen Waschlappen auf Ihren rechten Oberbauch in Höhe der Leber bzw. unterhalb des rechten Rippenbogens. Darauf kommt eine heiße Wärmflasche, die mit einem Handtuch festumwickelt wird – gefolgt von einer entspannenden Ruhephase von 30 bis 45 Minuten.

Die über wenige Tage bis wenige Wochen dauernde Fastenphase wird im Anschluss durch zwei, drei Aufbautage beendet, bevor eine gesunde, vollwertige und bedarfsgerechte Ernährung wieder aufgenommen oder nach einer bisherigen Fehlernährung gestartet wird.

Ablauf Buchinger Fasten – Anleitung zur Trinkkur

Die traditionelle Trinkkur nach Otto Buchinger startet mit einer Entlastung des Verdauungssystems – typischerweise in Form von ein bis drei kalorienreduzierten Reis- oder Hafertagen mit Obstkompott oder gedünstetem Gemüse. Diese leicht verdauliche Kost soll Ihren Körper auf den anstehenden Nahrungsverzicht vorbereiten.

Zu Beginn der Fastenphase wird der Darm dann mit Bitter- oder Glaubersalz entleert. Dadurch soll der Darm gereinigt werden. Zusätzlich sorgt die herabgesetzte Peristaltik (reduzierte Bewegung der glatten Darmmuskulatur) für weniger Hungergefühl. Direkt nach dem „Glaubern“ am ersten Fastentag, am zweiten Tag und an den weiteren Fastentagen wird keine feste Nahrung aufgenommen, sondern nur Getränke.

Die hohe Flüssigkeitszufuhr erfolgt hauptsächlich über Wasser und ungesüßte Kräutertees. Das Trinken von geringen Mengen an Gemüsebrühe und Obst- und Gemüsesäften ergänzt die kalorienfreie Flüssigkeitsmenge. Zusätzlich sind geringe Mengen an Honig (ca. 30 g) zum Süßen des Kräutertees erlaubt.

Tipp: Bei einer länger andauernden Fastenkur können Buttermilch oder geringe Mengen an Quark oder Joghurt die Muskulatur erhalten. Im Mix mit ausreichend Bewegung soll dadurch einem zu intensiven Muskelabbau vorgebeugt werden.

Die Nahrungskarenz, die häufig fünf bis zehn Tage dauert, wird mit dem legendären Fastenbrechen beendet – Klassischerweise in Form eines rohen oder gedünsteten bzw. gedämpften Apfels, den viele Fastenteilnehmer als „paradisisch“ empfinden.

Erster Aufbautag: Nach dem Fastenbrechen folgen ein oder am besten mehrere Aufbautage, bevor wieder bedarfsgerecht und wie gewohnt zu kauende Kost auf dem Speiseplan steht. Falls bisher nicht praktiziert, sollte an dieser Stelle eine nährstoffreiche und vollwertige Ernährung mit hohem pflanzlichen Anteil folgen – gegebenenfalls als Ernährungsumstellung auf eigene Faust oder unter ärztlicher Begleitung.

Ablauf Mayr Kur – Anleitung Milch-Semmel-Diät

Diese naturheilkundliche Fastenmethode, die vom österreichischen Arzt Dr. Mayr entwickelt wurde und idealerweise unter ärztlicher Betreuung in einer Fastenklinik durchgeführt wird, startet mit einer Teephase, die ein bis zwei Wochen dauert. Während dieser Startphase stehen ähnlich wie beim Buchinger Heilfasten Wasser, Kräutertees und Gemüsebrühe auf dem Fasten-Programm.

Im Anschluss folgt die Semmel-Milch-Kur, die auf zwei bis vier Wochen angesetzt ist. Zu Beginn wird die Ausscheidung am ersten Morgen mit Bittersalz und Bewegung aktiviert. Zum Frühstück und zum Mittagessen gibt es ein altbackenes Brötchen bzw. eine „Kursemmel“ aus Dinkel oder Weizen, die sehr gründlich gekaut, intensiv eingespeichelt und langsam gegessen werden soll. Parallel dazu wird Milch gelöffelt, um die Semmel zu einem Brei zu „verflüssigen“. Abends wird Kräutertee mit etwas Honig serviert, der ebenfalls gelöffelt wird.

Während der finalen Ableitungsdiät, wird Schonkost aufgetischt. Es gibt eine Extraportion Obst und Gemüse sowie etwas Rohkost. Vollkornprodukte sind teils aus kritischer Sicht der Ernährungswissenschaft in dieser Phase nicht geeignet, um die Verdauung zu entlasten. Im Anschluss wird eine gesunde, bedarfsgerechte Ernährung empfohlen.

Indikationen von Heilfasten – Gründe für den Nahrungsverzicht

Der Nahrungsverzicht zielt darauf ab, die Balance zwischen Körper, Geist und Seele wiederherzustellen und neue Energien zu mobilisieren. Zudem ist eine gesunde Saft- oder Molkekur eine ideale Möglichkeit, seinen bisherigen Lebensstil zu reflektieren und sich von inneren Blockaden und ungesunden Verhaltensweisen zu lösen. Im Anschluss ist eine Änderung ungünstiger Angewohnheiten (z.B. Rauchen, zu viel Alkohol oder eine zucker- und fettreiche Ernährung) für einen langfristigen Erfolg grundlegend.

Darüber hinaus nutzt die Alternativ- und Ernährungsmedizin eine bewusste Nahrungskarenz zur Linderung von zahlreichen Beschwerden und zur Steigerung des Wohlbefindens. Bei einer therapeutischen Fastenphase, die stationär mehrere Wochen unter ärztlicher Kontrolle stattfindet, spüren viele chronisch kranke Personen eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden. Teilweise können Symptome vorübergehend sogar ganz verschwinden und bis zu sechs Monate nach der Fastenkur deutlich milder ausfallen.

Ernährungsmedizinische Gründe für Heilfasten

Insbesondere Krankheitsverläufe, die mit entzündlichen Prozessen einhergehen oder in die das Immunsystem involviert ist, profitieren von einer Trinkkur ohne Essen. Diesbezüglich wird das ausschließliche Trinken bei Autoimmunerkrankungen, bei Allergien, Neurodermitis oder bei rheumatischen Erkrankungen empfohlen.

Insbesondere beim ersten Mal sollte die Fastenkur unbedingt medizinisch begleitet werden, um Risiken zu umgehen und eine optimal therapeutische Wirkung zu erzielen.

Zusätzlich hat sich eine Trinkkur bei Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, bei erhöhten Cholesterinwerten oder bei Hypertonie (Bluthochdruck) bewährt. Gleiches gilt für Gicht, allerdings nur unter strenger ärztlicher Kontrolle, da ansonsten das Risikos eines Gichtanfalls steigt. Eine Studie in Kooperation mit der Charité, deren Ergebnisse im Fachmagazin PLOS ONE veröffentlicht wurden, bestätigte zahlreiche Vorteile für die Gesundheit – zum Beispiel die Verbesserung von chronischen Beschwerden und Anti Aging-Effekte.

Präventiv kann der Verzicht auf Essen auch zur Vorbeugung von ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Übergewicht mit Gelenkbeschwerden und Co. durchgeführt werden. Zusätzlich zählen psychosomatische Beschwerden wie Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Migräne oder Burn Out zu den Indikationen von Heilfasten.

Indikationen einer Trinkkur:

  • Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands
  • Typ-2-Diabetes
  • Autoimmunerkrankungen
  • Übergewicht*
  • Anti-Aging
  • Entzündliche Erkrankungen
  • Allergien
  • Vorbeugung von Zivilisationskrankheiten
  • Depressive Verstimmungen
  • Asthma bronchiale
  • Zu hoher Alkoholkonsum
  • Neurodermitis
  • Migräne
  • Burn-Out-Syndrom
  • Änderung ungesunder Ernährungsmuster
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Rauchstop
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

* Bei Übergewicht kann Heilfasten als Neustart sinnvoll sein. Wer unter Übergewicht leidet, das auf Essanfällen (Binge Eating) basiert bzw. hauptsächlich psychischer Natur ist, sollte spätestens im Anschluss die Auslöser des „emotionalen Essens“ psychologisch aufarbeiten. Ansonsten fehlt der so wichtige Lerneffekt, zwischen physiologischem und emotionalem Hunger zu unterscheiden.

In einer Berliner Studie, deren Ergebnisse im Fachjournal Current Pain Headache Reports veröffentlicht wurden, wurde beobachtet, dass eine Fastenkur von einer Woche bis zu drei Wochen eine stimmungsaufhellende und schmerzlindernde Wirkung entfaltet. Die Probanden litten unter chronischen Schmerzen und rheumatischen Erkrankungen.

Eine weitere Studie der University of Southern California in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen fand im Tierversuch heraus, dass Nahrungsverzicht die Wirkung einer Chemo- und Strahlentherapie verbessern kann. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin PLOS ONE veröffentlicht.

Mit Heilfasten abnehmen

Abnehmen sollte nicht das Hauptziel einer Fastenkur, sondern allenfalls ein positiver Nebeneffekt sein. Erfolgreiches Abnehmen funktioniert langfristig nur über eine Ernährungsumstellung. Fasten kann jedoch als Neustart genutzt werden, um nach dem Nahrungsverzicht einen neuen Weg einzuschlagen.

Ein gewisser Gewichtsverlust – in der Regel von 300 bis 500 g pro Tag – sind zwar bei der Nahrungskarenz wahrscheinlich, allerdings sind die Pfunde schnell wieder drauf, wenn das Ernährungsverhalten nicht konsequent umgestellt wird. Dann droht der ungeliebte Jojo-Effekt – vor allem bei wenig sportlicher Aktivität.

Um den Jojo-Effekt zu verhindern, den Fettabbau zu fördern und die Muskulatur zu erhalten, ist körperliche Aktivität bereits während einer Fastenkur unerlässlich. Neben ausreichend Bewegung in Form eines moderaten Ausdauertrainings ist ein Muskel-Workout sinnvoll, um die Muskeln zu stimulieren. Denn mit steigendem Muskelanteil nimmt der Grundumsatz und gleichzeitig der Energieverbrauch zu.

Beachten Sie die Hinweise zur Nahrungskarenz bei starkem Übergewicht und Adipositas unter „Mögliche Nebenwirkungen Fasten“.

Veränderung des Stoffwechsels beim Fasten

Der Stoffwechsel durchläuft während des Fastens verschiedene Phasen und stellt sich Schritt für Schritt auf den sogenannten Hungerstoffwechsel um, der auch als „innere Ernährung“ bezeichnet wird.

Zu Beginn der Fastenzeit wird zur Bereitstellung von Energie Glykogen abgebaut. Glykogen ist ein Kohlenhydrat bzw. eine Speicherform von Glucose (Traubenzucker) in Muskeln und Leber. Bei Nahrungsverzicht wird allen voran das Leberglykogen zur Sicherstellung der Versorgung des Gehirns abgebaut.

Die Reserven des Glykogens sind ungefähr nach einem Tag aufgebraucht. Sobald die Glykogenspeicher leer sind, nutzt der Körper im nächsten Schritt Körpereiweiß, um das Gehirn mit Glucose zu versorgen. Dafür werden in erster Linie Verdauungsenzyme, defekte Enzyme, Darmzotten (Ausstülpungen der Darmschleimhaut) und nicht verwertbares Strukturprotein wie Bindegewebe genutzt.

Im weiteren Verlauf wird der Eiweißabbau reduziert, und es wird vermehrt Fett, u.a. zu sogenannten Ketonkörpern, abgebaut. Ketonkörper dienen der lebenswichtigen Versorgung des Gehirnstoffwechsels mit Energie – als einzige Alternative zu Glucose. Dadurch kann Glucose als Energielieferant eingespart werden. Ihr Stoffwechsel wird dabei auf die sogenannte Ketose umgestellt, die auch namensgebend für die Keto-Diät ist. Dabei wird der Fettabbau zur Energiegewinnung auf bis zu 95 Prozent gesteigert.

Vorteile Heilfasten

Zunächst profitieren Fastende von einer bewussten Auszeit vom Alltag. Durch den Abstand zum mitunter stressigen Beruf- oder Familienalltag kann der bisherige Lebensstil reflektiert und neue Energien mobilisiert werden.

Durch die Reflexion können falsche Verhaltensweisen erkannt und im Anschluss an das Heilfasten geändert werden – sowohl kulinarisch, bei sozialen Kontakten, im Job als auch im Umgang mit sich selbst – gezielte Stressreduktion, ein gesundes Essverhalten und die Reduktion von Genussmitteln wie Alkohol oder Kaffee stehen auf dem Fastenplan.

Der Tabakkonsum sollte während und nach dem Heilfasten komplett eingestellt werden, da Rauchen im Gegensatz zu geringen Mengen an Kaffee und Alkohol nur negative Effekte für Ihre Gesundheit entfaltet.

Beim Fasten werden Ihre Selbstheilungskräfte aktiviert: Verschiedene Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen, Nackenverspannungen oder Schlafstörungen können verbessert werden. Gleiches gilt für die Linderung von psychosomatischen, entzündlichen und chronischen Krankheiten sowie von Autoimmunerkrankungen.

Ein weiteres Plus auf mentaler Ebene: Wer es durchhält, für einige Zeit auf Essen zu verzichten, wird auch Herausforderungen im Job, beim Sport oder in wertvollen Beziehungen trotz Schwierigkeiten besser meistern können.

Nicht zuletzt kann ein begleitetes „Digital Detox“ die Möglichkeit bieten, sich auf das Wesentliche zu fokussieren und im Anschluss immer mal wieder bewusst die digitale Beschallung zu pausieren und nicht permanent erreichbar zu sein.

Vorteile Heilfasten:

  • Reflexion des bisherigen Lifestyle
  • Auszeit vom Alltag
  • Neue Energie wird mobilisiert
  • Das Wohlbefinden wird gesteigert
  • Aktivierung der Selbstheilungskräfte
  • Entlastung der Verdauung
  • Verlust überflüssiger Pfunde*
  • Start für ein „Neues Ich“
  • Psychosomatische Beschwerden werden gelindert
  • „Digital Detox“
  • Positive Wirkung auf chronische Krankheiten
  • Verbesserung von Autoimmunerkrankungen und Allergien
  • Stressreduktion

* bei ausreichend körperlicher Bewegung, um die Muskulatur zu stimulieren und den Fettabbau zu fördern

Mögliche Nachteile Fasten

Wer die Nahrungskarenz als Möglichkeit missversteht, eine ungesunde Ernährung mit Fastfood, Soft Drinks, Süßigkeiten und tierischem Fett für eine kurze Zeit auszugleichen, profitiert nur zu einem geringen Teil. Denn wenn im Anschluss der ungesunde Lebensstil wieder aufgenommen wird, bekommt der Körper nur eine kleine Verschnaufpause.

Die eigentliche Herausforderung beim Fasten ist die Willenskraft, kulinarischen Verlockungen zu widerstehen und seinen „inneren Schweinehund“ zu überwinden. Von dem Gefühl, gerade zu Beginn des Fastens, abzubrechen, berichten viele Fastende. Wer seinen Gelüsten, die sich bei richtig durchgeführtem Fasten nur im Kopf abspielen, nicht nachgibt, profitiert hingegen – in puncto Gesundheit und Motivation.

Kontraindikationen Fasten: Schwangere und stillende Frauen sollten übrigens nicht fasten. Gleiches gilt für Kinder, Jugendliche und untergewichtige Personen. Bei ernsthaften Erkrankungen und im hohen Alter sollte nur unter ärztlicher Kontrolle gefastet werden und nur wenn aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht. Gleiches gilt für stark übergewichtige bzw. adipöse Personen, die nur betreut – ärztlich und psychologisch – fasten sollten.

Anorexia nervosa (Magersucht), Bulimia nervosa (Ess-Brecht-Sucht) und Binge-Eating sind Kontraindikationen einer Heilfastenkur, da gezieltes Hungern oder Essanfälle getriggert werden können.

Dauer einer Heilfastenkur

Die optimale Dauer richtet sich nach individuellen Faktoren wie dem Alter, dem gesundheitlichen Zustand und dem Grund für den freiwilligen Nahrungsverzicht. Die ÄGHE (Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung) empfiehlt, mindestens sechs bis acht Tage zu fasten. Diese eigentliche Fastenphase wird durch einen oder mehrere Entlastungstage und drei Aufbautage ergänzt.

Bei der therapeutischen Trinkkur zur gezielten Linderung von gesundheitlichen Beschwerden werden als optimale Fastendauer zwei bis vier Wochen angesetzt – das Minimum sind zehn Tage und der Durchschnitt liegt bei drei Wochen.

Je nach individueller Situation kann diese Phase der Nahrungskarenz auf bis zu sechs Wochen ausgedehnt werden. Bei Fastenden mit einem niedrigen Körpergewicht sind kürzere Fastenkuren von ca. zehn Tagen empfehlenswert.

Für Fastenbeginner, die gesundheitlich profitieren möchten, aber nicht krank sind, empfiehlt es sich, zunächst eine betreute Fastenwoche zu absolvieren. Falls diese gut gelingt und Sie sich nach Ihrer ersten Fastenerfahrung gut fühlen, können Sie das Fasten auch im Alleingang durchführen.

Für gesunde Menschen gelten maximal zehn Tage bei gutem gesundheitlichen Zustanden in den eigenen vier Wänden oder im Urlaub ohne ärztliche Aufsicht als Maximum.

Wie oft fasten?

Bei einer therapeutischen Fastenkur hat sich gezeigt, dass die positiven Effekte bei zahlreichen Beschwerden wie chronischen Erkrankungen (z.B. Multipler Sklerose oder Hashimoto) ungefähr drei bis maximal sechs Monate anhalten. Daher wird zur Linderung von Krankheiten wie Autoimmunerkrankungen empfohlen, zweimal pro Jahr zu fasten.

Die bekannte Fastenärztin Wilhelmi de Toledo bestätigt die zahlreichen positiven Wirkungen und fastet selbst zweimal pro Jahr. Einmal pro Jahr sollte es bei einem therapeutischen Nutzen mindestens sein – klinisch betreut und ausreichend lange.

Falls Sie die Fastenkur außerhalb des therapeutischen Bereichs zur Steigerung Ihres Wohlbefindens nutzen möchten und gute Erfahrungen gemacht haben, können Sie auch alle drei bis vier Monate eine gut organisierte Fastenwoche einplanen – mit viel Ruhe, Entspannung und ohne Termindruck in Ihrem Haus, am Meer oder in den Bergen.