Die Glyx-Diät ist kein aktueller Diättrend à la Low Carb, sondern erblickte bereits Ende des letzten Jahrhunderts das Licht der Diäten-Welt. Bis heute spielt diese Diätform im Dschungel der zahlreichen Diät vorne mit. Der anhaltende Erfolg liegt sicher nicht zuletzt an dem ernährungswissenschaftlichen Background und der Philosophie, die ein Abnehmen mit Glücksgefühlen offeriert.

Auch für Diabetiker und Personen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten kann der bewusste Verzicht auf Zucker und Stärke sinnvoll sein, um die Gesundheit des Gefäßsystems und des Herzens zu unterstützen.

Dieser Ratgeber wirft einen Blick hinter die Kulissen der Glyx-Diät (GD) und klärt auf, inwiefern sich diese Reduktionsdiät tatsächlich zum erfolgreichen Abnehmen eignet. Damit Sie optimal von der „Glücksdiät“ profitieren können, decken wir die Schwachstellen der Ursprungsvariante auf und geben Ihnen wertvolle Tipps mit auf den Weg, wie die GD modern und effizient funktioniert.

Was ist die Glyx-Diät?

Die glykämische Diät wurde 1999 von der Diplom-Oecotrophologin Marion Grillparzer als Reduktionskost zum Abspecken entwickelt. Es handelt sich dabei nicht um eine klassische Low Carb Diät wie beispielsweise die Atkins-Diät, denn es wird zwischen guten und schlechten Kohlenhydraten unterschieden.

Die Bezeichnung GD stammt vom zugrunde liegenden glykämischen Index (GI). Dieser Index gibt einen Hinweis darauf, welchen Einfluss der Verzehr eines Lebensmittels auf Ihren Blutzuckerspiegel ausübt.

Entsprechend sind insbesondere zuckerhaltige Snacks, Limonaden aber auch stärkereiche Weißmehlprodukte zu meiden, da sie einen hohen GI besitzen. Diesbezüglich ist die „Glücksdiät“ mit der bekannten Low Carb LOGI-Methode (zucker- und stärkereduzierte Ernährung) zu vergleichen. Die zu den Kohlenhydraten zählende Stärke besteht aus Zuckermolekülen: Daher ist nicht nur Zucker sondern auch schnell verdauliche Stärke, wie sie z.B. in weißem Mehl vorkommt, zu vermeiden.

Der Glyx Hintergrund: Nach dem Verzehr einer Mahlzeit mit einem hohen GI steigt Ihr Blutzuckerspiegel extrem schnell an. In Folge wird sehr schnell sehr viel Insulin ausgeschüttet, was verschiedene negative Effekte auf Ihren Stoffwechsel haben kann.

Welche Aspekte einer erfolgreichen Gewichtsreduktion durch eine schnelle und hohe Insulinausschüttung im Wege stehen, erfahren Sie detailliert unter „Grundlagen der Glyx Diät“ und „Der glykämische Index“.

Bei der Glyx Ernährung werden Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index sinnvoll mit einem Sportprogramm kombiniert. Durch die körperliche Aktivität soll der Gewichtsverlust über einen erhöhten Kalorienverbrauch unterstützt werden – ein wichtiger Aspekt, der jede Diät begleiten sollte.

Grundlagen der Glyxdiät

Die Regeln der Glyx Ernährung mit Low Carb-Charakter sind relativ leicht umzusetzen. Falls Sie diese Diätform ausprobieren möchten, berücksichtigen Sie zusätzlich die möglichen Nachteile, die wir Ihnen unter „Nachteile Glyx Diät“ präsentieren. Unter dem finalen Punkt „Tipps Glyx Diät – Sinnvolle Umsetzung“ lesen Sie, wie Sie die Ernährungsempfehlungen dank kleiner Änderungen und Ergänzungen optimal umsetzen können.

Grundlagen der Glyxdiät:

  • Lebensmittel mit einem niedrigen GI bevorzugen
  • Naturbelassene Lebensmittel bevorzugen
  • Hochwertige Fette auswählen
  • Hohe Flüssigkeitszufuhr (Wasser und Kräutertee)
  • Lebensmittel mit hochwertigem Protein auswählen
  • 3 Hauptmahlzeiten ohne Snacks zwischendurch
  • Proteinreiches Abendessen
  • Ausreichend sportliche Aktivität

Die Glyx-Diät (GD) ist eine Reduktionsdiät, da die übliche Energieaufnahme einer bedarfsgerechten Ernährung reduziert wird, um abzunehmen. Wer sich an die empfohlenen Rezepte und die Glyx-Tabelle hält, braucht keine Kalorien zu zählen.

Allerdings sollten Sie bei einer flexibleren Variante mit eigenen Rezepten (zum Beispiel bei einem veganen oder vegetarischen Lifestyle) darauf achten, dass Ihre tägliche Energieaufnahme 1500 Kilokalorien nicht überschreitet.

Neben einer verringerten Kalorienaufnahme wird die Gewichtsreduktion durch weitere Faktoren unterstützt: Während die empfohlenen Gerichte der „glücksbringenden“ Diät nur einen geringen Einfluss auf Ihren Insulinspiegel besitzen, wird der Energieverbrauch durch ein integriertes Bewegungsprogramm erhöht.

Das empfohlenen „Glyx-Essen“, das nur eine geringe bis moderate Insulinausschüttung stimuliert, soll laut Dipl. oec. troph. Marion Grillparzer vor Heißhunger schützen und zusätzlich den Fettabbau verbessern. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass die Insulinausschüttung dazu führt, den Stoffwechsel auf Fetteinlagerung zu programmieren.

Aus diesem Grund stehen bevorzugt solche Mahlzeiten auf dem Diätplan, deren Verzehr möglichst wenig Einfluss auf den Insulinstoffwechsel entfaltet. Daher ist zum Beispiel ein Vollkornbrot mit Guacamole (Avocado-Mus) die bessere Wahl als eine Portion Kekse.

Weitere Regeln der „Glücksdiät“ – Essenspausen, körperliche Aktivität und figurfreundliche „Minuskalorien“

Der „insulinumgehende“ Effekt wird zudem intensiviert, indem ausreichend lange Pausen zwischen Frühstück, Mittagessen und Co. eingehalten werden. In diesen Essenspausen stellt Ihr Stoffwechsel auf Fettabbau um – die Grundlage eines erfolgreichen Gewichtsverlust.

In Anlehnung an das Intervallfasten können Sie die Phase der natürlichen Nahrungskarenz der Nacht verlängern. Lassen Sie entweder das Frühstück oder das Abendessen ausfallen – oder frühstücken Sie zumindest spät bzw. servieren Sie Ihr Abendessen früh.

Neben dem Essen mit niedriger glykämischer Last empfiehlt diese Reduktionsdiät weitere Lebensmittel, die laut der Entwicklerin M. Grillparzer bereits beim Verzehr eine figurfreundliche Wirkung entfalten sollen. Dazu zählen Erdbeeren, Spargel, Kohlgemüse und Radieschen, denen Grillparzer sogar „Minuskalorien“ zuschreibt. Darüber hinaus wird der Ernährungsplan mit essentiellen Amino- und Fettsäuren aus Nüssen, Hüttenkäse, Olivenöl, Fisch und Samen ergänzt.

Die körperliche Bewegung der „Glücksdiät“ umfasst ca. 30 Minuten Aktivität am Tag und soll den Fettabbau über eine Erhöhung des Kalorienverbrauchs unterstützen.

Der glykämische Index

Der glykämische Index (GI) wird mit Zahlen zwischen 1 und 100 als Prozent angegeben. Den höchsten Blutzuckeranstieg löst Glucose (Traubenzucker) mit dem Wert bzw. Index 100 aus. Während Baguette immerhin einem Index von 95 zugeteilt ist, besitzen ballaststoff- und proteinreiche Linsen nur einen GI von 30 und Erdnüsse von 14.

Glykämischer Index = Dauer und Höhe des Blutzuckeranstiegs nach dem Verzehr von 50 g Kohlenhydraten.

Die Aufnahme von 50 g Glucose wird als Referenzwert mit 100 verwendet.

Je höher der GI, desto schneller und desto mehr des blutzuckerreduzierenden Hormons Insulin wird von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet. In Folge wird die Blutglucose (Blutzucker) reduziert.

Die unerwünschte Folge: Durch den stark sinkenden Blutglucose-Gehalt wird trotz gerade gegessener Mahlzeit schnell wieder Hunger ausgelöst. Lebensmittel mit einem niedrigen GI lassen Ihren Blutzuckerspiegel hingegen nur leicht und deutlich langsamer ansteigen. Mit dem sinnvollen Ergebnis, dass weniger Insulin ausgeschüttet und das Sättigungsgefühl verbessert wird – eine wesentliche Grundvoraussetzung, wenn Sie erfolgreich abnehmen möchten.

Ein hoher glykämischer Index eines Lebensmittels basiert zunächst auf einem hohen Zuckergehalt, allerdings gibt es noch weitere Einflussgrößen, die das Ausmaß der Insulinausschüttung beeinflussen. Zum Beispiel kann ein hoher Ballaststoffgehalt die Insulinantwort reduzieren.

Einfluss von Protein, Ballaststoffen und Fett auf die Insulinausschüttung

Neben Ballaststoffen verringern auch Protein und Fett die Insulinausschüttung einer kohlenhydratreichen Mahlzeit. Durch den Pektingehalt (Pektin ist ein Ballaststoff) eines Apfels steigt Ihr Blutzuckerspiegel zum Beispiel deutlich weniger an, als nach dem Genuss von einem Glas Apfelsaft, das kein Pektin mehr enthält. Pro gleicher Menge enthält Apfelsaft zudem einen höheren Zuckeranteil, der die Blutglucose zusätzlich in die Höhe schießen lässt.

Der Genuss eines frischen Apfels ist also sättigender und liefert neben mehr Ballaststoffen eine Extraportion Vitalstoffe, die direkt unter der Schale sitzen.

Einflussfaktoren auf den GI:

  • Ausreichende Proteinaufnahme: Wenn Sie Kohlenhydrate in einer Mahlzeit mit reichlich Protein kombinieren, sinkt die glykämische Last. Ein weiterer Vorteil: Protein sättigt intensiv und kann auf diesem Weg – genau wie ein hoher Ballaststoffanteil auch – Ihr Sättigungsgefühl verstärken.
  • Hülsenfrüchte gegen Heißhunger: Da Hülsenfrüchte Ballaststoffe und Protein von Natur aus kombinieren, lassen sich aus Linsen, Erbsen, Limabohnen und Co. eine sinnvolle Mahlzeit zum Abspecken zaubern. Wenn Sie beispielsweise eine Linsencreme-Suppe essen, nehmen Sie zusätzlich eine Extraportion Flüssigkeit auf: Dadurch können die Ballaststoffe besonders intensiv in Ihrem Magen aufquellen. Ihrem Gehirn wird über die Magendehnung signalisiert: „Ich bin satt“. Noch dazu enthalten Hülsenfrüchte besonders hochwertiges Protein aufgrund der enthaltenen essentiellen Aminosäuren. Dadurch können Sie in Kombination mit Bewegung leichter Muskulatur aufbauen. Über den Muskelzuwachs wird so Ihr Grundumsatz und entsprechend auch Ihr Energieverbrauch gesteigert.
  • Einfluss von Fett auf die glykämische Last: Auch Fett reduziert die Insulinausschüttung nach dem Essen. Allerdings ist ein hoher Fettgehalt aufgrund der enthaltenen Energie beim Abnehmen kontraproduktiv. Bevorzugen Sie daher lieber hochwertige pflanzliche Öle in geringer Menge. Verwenden Sie zum Anbraten je ein bis zwei Teelöffel Rapsöl und für eine Salat-Marinade Lein- oder Walnussöl. Diese Ölsorten entsprechen den aktuellen Ernährungsempfehlungen zur verbesserten Versorgung mit lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren.
  • Je weniger Verdauungsleistung nötig ist, desto schneller die Insulinausschüttung: Mit steigendem Verkleinerungsgrad eines Lebensmittels steigt dessen Wert in der Glyx-Tabelle an. Beispielsweise lässt gekochtes Karottenmus Ihren Blutzucker schneller und stärker ansteigen als frische Karotten à la Raw Food. Aus dem gleichen Grund sollten Sie bei Diabetes Kartoffelpüree gegen Pellkartoffeln austauschen. Noch problematischer wird es, wenn eine zerkleinerte Konsistenz mit einem hohem Zuckergehalt – zum Beispiel wie bei Konfitüre – daherkommt.

Das Ampelsystem der Glyx-Diät

Um die geeigneten Produkte zum Abnehmen à la Low Carb unkompliziert anhand der Glyx Diät Tabelle zu erkennen, nutzt die GD ein übersichtliches Ampelsystem. Zu den grünen Nahrungsmitteln zählen allen voran protein- und fettreiche Nahrungsmittel wie Fette, Öle, Fleisch oder Fisch.

Während grün gekennzeichnete Nahrungsmittel der „Glücks-Tabelle“ einen niedrigen GI haben und bei der Glyx Diät bevorzugt auf Ihrem Teller landen sollten, ist rot gekennzeichnetes Essen aufgrund der hohen Zuckerlast zu meiden. Rot markiert sind vor allem zucker- und stärkereiche Produkte wie Süßigkeiten, Baguette, Softgetränke, Toast oder Kartoffelbrei.

Bei Lust auf Schokolade sollten Sie zu einer Sorte mit einem sehr hohen Anteil an Kakaopulver greifen. Je mehr Kakao enthalten ist, desto weniger Zucker liefert eine Bitterschokolade. Bevorzugen Sie am besten eine Schokolade mit mindestens 85 Prozent Kakao und kombinieren Sie diese mit „grünem“ Obst wie Erdbeeren.

Die Signalfarbe „rot“ programmiert Ihren Stoffwechsel im Gegensatz zu den grünen Lebensmitteln auf Fetteinlagerung. Gelb steht in der Glyx-Tabelle als „goldene Mitte“, entsprechend für Nahrungsmittel mit einem mittleren Glyx, die als gelegentliche Ergänzung zu den grünen Produkten einzustufen sind.

Vorteile Glyx Diät

Auch wenn nicht alle Faktoren der „Glücks-Diät“ wie beispielsweise das von Grillparzer angepriesene „Essen mit Minuskalorien“ aus ernährungswissenschaftlicher Sicht unterschrieben werden können, begünstigen die meisten Empfehlungen der „Glykämischer Index“-Diät durchaus einen Gewichtsverlust.

Die meisten Glyx Regeln wie naturbelassenes Essen, Vollkornprodukte anstatt Weißmehl und eine hohe Flüssigkeitszufuhr entsprechen auch den Empfehlungen der DGE (Deutschen Gesellschaft für Ernährung).

Vorteile Glyx Diät:

  • Wenig Zucker und Stärke
  • Verzicht auf Fertigprodukte
  • Hoher Ballaststoffanteil
  • Viel Obst und Gemüse
  • Fokus auf frische Lebensmittel
  • Viele Vollkornprodukte (z.B. grobes Vollkornbrot)
  • Viel Flüssigkeit
  • Hochwertige Fettquellen
  • Vollwertige und gesunde Zusammensetzung
  • Selbst zubereitete Gerichte
  • Unkomplizierte, schnelle Rezepte
  • Auseinandersetzung mit dem Essverhalten
  • Zusätzliche Bewegungseinheiten

Nachteile Glyx Diät

Für eine erfolgreiche Gewichtsabnahme ist nicht nur der Zucker- und Stärkegehalt, sondern vor allem auch der Fettanteil in der Nahrung relevant. Denn für eine Gewichtsreduktion ist nicht nur eine möglichst geringe Insulinausschüttung sondern insbesondere der Energiegehalt wichtig. Fett enthält pro Gramm fast doppelt so viele Kalorien wie die gleiche Menge Kohlenhydrate oder Protein.

Würde man ein Lebensmittel nur nach dem GI beurteilen, würden zahlreiche fettreiche Käsesorten wie Gorgonzola oder Wurst wie Carbanossi und Bratwurst sowie Leberkäse und Eigelb im grünen Bereich liegen – ohne zum Abnehmen oder im Rahmen einer gesunden Ernährung geeignet zu sein.

Auch wenn die Zubereitung von frischen Glyx Rezepten als positiv zu bewerten ist, muss für den Einkauf und das Kochen ausreichend Zeit eingeplant werden. Für Personen, die früh morgens das Haus verlassen und erst spät nach Hause kommen, könnte der Zeitaufwand eine Herausforderung werden.

Nachteile Glyx Diät:

  • Relativ hoher Zeitaufwand
  • Viel Fleisch und Fisch
  • Nicht alle Theorien nachvollziehbar
  • GI reicht als Kriterium zum Abnehmen nicht aus
  • Angaben zum schnellen Gewichtsverlust fraglich
  • Weniger Kohlenhydrate zugunsten von mehr Protein und Fett*
  • Das ursprüngliche Bewegungsprogramm ist wenig abwechslungsreich und individuell

* Während die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) diese veränderte Nährstoffzusammensetzung kritisiert, kann die erhöhte Proteinzufuhr eine Diät über ein optimiertes Sättigungsempfinden verbessern.

Ablauf Glyxdiät

Die GD setzt sich aus verschiedenen Phasen zusammen. Zu Beginn sollen zwei Suppentage den Körper auf das Abnehmen vorbereiten. Während dieser „Fatburner Suppentage“ soll die Fettverbrennung bereits aktiviert werden und die ersten Pfunde purzeln.

Im Anschluss an die beiden Suppentage startet die eigentliche Glyx Diät mit einer „Fatburner-Glyx-Woche“ mit festem Diätplan. In dieser Zeit sollen abnehmwillige Personen pro Tag 500 g Fett abnehmen können.

Im Anschluss können die strikten Diätregeln flexibler gestaltet werden – unter Berücksichtigung der Grundlagen der Glyxdiät. In diesen 20 Tagen setzt sich die Diät aus einem speziellen Baukastenprinzip und der Wahl aus einem Rezeptteil zusammen. Je nach individueller Vorliebe können Sie die Rezepte frei kombinieren. Während dieser knapp drei Wochen soll der Fettanteil Ihrer Körper weiter reduziert werden.

Lebensmittel nach ihrem GI beurteilen

Produkte wie zahlreiche Gemüse, Vollkornflocken, Kohl oder Hülsenfrüchte, die einen GI von unter 50 haben, sind während der Glyxdiät besonders empfehlenswert. Während süßes Obst wie Ananas oder Toast mit einem mittleren GI von 50 bis 70 allenfalls in Maßen verzehrt werden sollten, sind Pizza, Blätterteig und Pralinen aufgrund eines GI von über 70 zu meiden.

  • Geringer GI (unter 50): z.B. Avocado, Brombeeren, Apfel, Birne, Salat, Brokkoli, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Grünkohl, Haferflocken, Blumenkohl, Hühnereiweiß, Knoblauch, Kohlrabi, Apfelschorle, Hering, Garnelen.
  • Mittlerer GI (50-70): z.B. Ananas, Fladenbrot, Lasagne, Stockfisch, Rote Bete, Zuckermais, Apfelwein, Schnaps, Honigmelone, Kiwi, Mirabelle, Papaya, Weintrauben, Rosinen, Haushaltszucker.
  • Hoher GI (>70): z.B. Apfelmus, Banane, Kürbis, Baguette, Kartoffelpüree, Limonade, Malzbier, zahlreiche Gebäcksorten, Obstkonserven, lieblicher Wein, gekochte Kartoffeln, Süßigkeiten.

Studienergebnisse zur Wirksamkeit der „Glücksdiät“

Bezüglich der Wirksamkeit gibt es mittlerweile zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen. Insgesamt kristallisiert sich dabei heraus, dass vor allem Personen mit Diabetes mellitus oder einer gestörten Glucosetoleranz von einem niedrigen Glykämischen Index und einer geringen Glykämischen Last profitieren können.

Inwieweit die „Glücksdiät“ hingegen für gesunde Personen sinnvoll ist, wird unterschiedlich diskutiert.

Auch wenn es gegensätzliche Studienergebnisse gibt, konnten einige positive Effekte der Glyx Diät belegt werden. Die Studienautoren McMillan-Price und Brand-Miller der australischen Universität Sydney sprechen sich dafür aus, dass ein verringerter GI eine unkomplizierte und kosteneffiziente Ernährungsstrategie darstellt – zur Gewichtsreduktion und zur Verbesserung kardiovaskulärer Risikofaktoren. Als Grund wird ein herabgesetzter Insulin- und Zuckeranstieg im Blut, ein höherer Sättigungseffekt sowie eine optimierte metabolische Rate und Fettverbrennung vermutet. Die Studienergebnisse wurden im Fachjournal International Journal of Obesity veröffentlicht.

Aus weiteren Studien geht hervor, dass eine Ernährung mit einem niedrigen GI sowohl präventiv als auch therapeutisch bei Diabetes und koronaren Herzerkrankungen sinnvoll ist. Zusätzlich wird vermutet, dass die positiven Ergebnisse auch vorbeugend und therapeutisch für Übergewicht gelten. Die Ergebnisse dieser Studie wurden im Fachmagazin Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases veröffentlicht.

Tipps Glyx Diät – Sinnvolle Umsetzung

Um trotz der Schwachstellen von der Glyx Diät zu profitieren, können Sie die Empfehlungen der Ursprungsvariante nutzen, und die Nachteile durch eine moderne Umsetzung ersetzen.

Im Vergleich zu Formula-Diäten zum schnellen Gewichtsverlust überzeugt die „Glücksdiät“ als eine Art Ernährungsumstellung mit einer bewussten Auseinandersetzung des eigenen Essverhaltens. Dies ist ein wesentlicher Faktor für das langfristige Halten des erreichten Wunschgewichtes.

Tipps zum Abnehmen mit dem „Glücksfaktor“

  1. 1

    Fettanteil beachten: Dabei ist es vor allem sinnvoll, neben Essen mit einem niedrigen glykämischen Index auch den Fettgehalt im Blick zu behalten. Denn wenn Sie sich rein an einem niedrigen GI orientieren, könnten Sie häufig zu Bockwurst, Leberkäse, Gorgonzola und Feta greifen. Wer erfolgreich abnehmen möchte, wird bei dieser Auswahl allerdings schnell an seine Grenzen kommen.

  2. 2

    Gesunde Lebensmittel bevorzugen: Zusätzlich sollten Sie die empfohlenen Nahrungsmittel mit einem niedrigen GI genau unter die Lupe nehmen: Neben eines niedrigen Fettgehaltes kommt es auch auf den gesundheitlichen Aspekt an. Während Brathähnchen, Gans, Garnelen oder gemischtes Hackfleisch laut der Glyx Diät häufig serviert werden können, liefern diese Lebensmittel eine Extraportion gesättigtes Fett, Cholesterin (gilt auch für Meeresfrüchte) und gegebenenfalls auch Antibiotika – zumindest, wenn diese tierischen Nahrungsmittel aus der konventionellen Massentierhaltung und asiatischen Aquakulturen stammen.

  3. 3

    Hoher glykämischer Index nicht automatisch ungesund: Gleiches gilt für die nicht empfohlenen Lebensmittel: Während die meisten genannten Produkte wie Kuchen, Butterkekse oder süßer Wein tatsächlich eher zu meiden sind, sind Pellkartoffeln mit proteinreichem, fettarmem Kräuterquark und Salat durchaus als gesund zu bewerten. Gleiches gilt für Kürbis oder Banane, die Sie nicht komplett vom Speiseplan streichen müssen. Auch spricht nichts gegen den gelegentlichen Genuss von selbstgekochtem, ungezuckertem Apfelmus als vitaminreiche Alternative zur Schoko-Sahne-Torte.

  4. 4

    Hoher Gehalt an Ballast- und Mikronährstoffen: Der Gehalt an Vitalstoffen bzw. Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sowie ein hoher Gehalt an sättigenden Ballaststoffen, sind als wichtiges Kriterium ebenfalls ausschlaggebend, wenn es um gesundes Abspecken geht.

  5. 5

    Modern und zeitsparend kochen: Um den Zeitaufwand durch frisches Kochen zu verringern, kann die klassische Glyxdiät modern mit zeitsparendem „Mealprep“ kombiniert werden. Dann können Sie Ihr Essen mit einem niedrigen glykämischen Index in einer Kochsession für die ganze Woche vorbereiten.

  6. 6

    Hoher pflanzlicher Anteil: Während in der Ursprungsversion häufig Fisch und Fleisch auf dem Speiseplan stehen, funktioniert die zeitgemäße Variante auch vegetarisch oder vegan mit Hülsenfrüchten, Tofu und Co. Der nachhaltige Aspekt sollte sich nicht nur auf einen hohen pflanzlichen Anteil beziehen, sondern insgesamt mehr Platz bei der Wahl der Nahrungsmittel einnehmen.

  7. 7

    Nachhaltig einkaufen: Der Tipp, Fertigprodukte zu meiden, ist sinnvoll, da dadurch neben viel Verpackung auch ein hoher industrieller Verarbeitungsgrad mit vielen künstlichen Zusatzstoffen vermieden wird. Der Fokus beim Einkauf sollte insgesamt auf eine hohe Qualität und die Vermeidung von Plastikmüll abzielen. Anstatt foliertes, importiertes Gemüse zu kaufen, sollten regionale und saisonale Obst- und Gemüsesorten – am besten in Bio-Qualität – bevorzugt werden.

  8. 8

    Langsam aber stetig abnehmen: Der von der Glyxdiät-Entwicklerin angegebene Gewichtsverlust scheint unrealistisch hoch auszufallen. Nach aktuellen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen ist ein Gewichtsverlust beim Abnehmen von ca. 500 Gramm pro Woche – entsprechend 2 Kilogramm pro Monat – realistisch und sinnvoll. Daher lautet die Devise: Lieber langsam und nachhaltig über mehrere Monate abnehmen anstatt schnell innerhalb weniger Wochen. Durch ein langsames Abnehmen sinkt das Risiko eines Jo-Jo-Effektes und Körper und Seele bekommen ausreichend Zeit, sich an das neue „Ich“ bzw. an das neue Körpergefühl zu gewöhnen.