Obwohl es zahlreiche Varianten von Heilfasten gibt, ist Buchinger Fasten der unangefochtene Klassiker. Das liegt sicher nicht zuletzt daran, dass der Arzt Dr. Otto Buchinger die Grundlagen des bewussten Nahrungsverzichts 1935 in seinem Buch „Das Heilfasten“ veröffentlichte. Otto Buchinger prägte bereits damals den Begriff „Diätetik der Seele“ als wertvollen Bestandteil einer gesunden Ernährung.

Der Buchtitel erklärt, warum Heilfasten meistens mit der Buchinger-Fastenmethode assoziiert wird – einer weltweit anerkannten alternativmedizinischen Methode zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte.

Dieser informative Ratgeber präsentiert Ihnen die wichtigsten Fakten zum Heilfasten nach Dr. Buchinger – inklusive eines Fastenplans für zuhause.

Was ist Buchinger Fasten?

Die bekannteste Form des Heilfastens wurde vom Arzt Dr. Otto Buchinger entwickelt, um die natürlichen Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Buchinger selbst soll sich durch seine Fastenmethode von Stoffwechselstörungen bzw. von rheumatischen Beschwerden befreit haben. Seine Ausführungen machten Heilfasten als gesunde Diät bzw. modifizierte Fastenmethode weltweit bekannt.

Während Fasten früher insbesondere geistig-spirituell geprägt war und auf die Stärkung der Psyche bzw. der Seele abzielte, setzt Heilfasten den Fokus auf eine Verbesserung der Gesundheit.

Zusätzlich wird eine Balance aus Körper, Seele und Geist angestrebt und die Weichen für eine gesunde Ernährung im Anschluss an den Klinikaufenthalt gestellt. Mittlerweile gilt es mitunter als „en vogue“ in einem Hotel oder einer Schlossklinik zu fasten. Das ändert allerdings nichts daran, dass feste Nahrung tabu ist und ausnahmslos trinken auf dem Programm steht – genau wie in der traditionellen Buchinger-Klinik in Bad Pyrmont.

Das moderne Buchinger Wilhelmi Fastenprogramm am Bodensee basiert auf der Ursprungsvariante, nutzt jedoch gezielt Impulse aus den Bereichen Achtsamkeit und Persönlichkeitsentwicklung. Studienergebnisse, die wir Ihnen unter „Buchinger-Wilhelmi-Fastenklinik – Modern interpretiertes Heilfasten“ präsentieren, zeigen, dass diese moderne Wilhelmi-Methode zahlreiche gesundheitliche Vorteile vereint.

Grundlagen Fasten nach Otto Buchinger

Auch wenn spirituelle Erfahrungen durchaus Bestandteil des Heilfastens sein können, stehen entgiftende, heilungs- bzw. gesundheitsfördernde Aspekte im Sinne von Prävention und Therapie von Zivilisationskrankheiten im Vordergrund.

Während diese bekannte Heilfasten-Variante früher stationär zur Therapie von chronischen Erkrankungen in Krankenhäusern durchgeführt wurde, findet der Nahrungsverzicht heute vor allem in spezialisierten Fastenkliniken statt – oder im Alleingang, falls aus gesundheitlicher Sicht nichts dagegen spricht.

Beim Buchinger-Prinzip wird Ihr Körper durch den Nahrungsverzicht gezielt auf „katabol“ programmiert. Die katabole, also abbauende Stoffwechsellage soll Ihren Körper dazu aktivieren, sogenannte Schlacken (eingelagerte Stoffwechselendprodukte, Schadstoffe und Gifte) zu mobilisieren – und im Anschluss aus dem Körper zu schleusen.

Prinzip Buchinger Fastenkur

Bei der Fastenkur handelt es sich nicht um eine klassische „Null-Diät“, da es neben Wasser und ungesüßtem Kräutertee auch mineralstoffreiche Gemüsebrühe und geringe Mengen an Obst- und Gemüsesäften für ausreichend Mikronährstoffe gibt.

Die Energieaufnahme während der Buchinger Fastenkur liegt in der Regel bei ca. 200 bis 300 Kilokalorien – im Vergleich dazu liefert eine konventionelle Ernährung im Durchschnitt ca. 2000 Kilokalorien pro Tag. Da das Energiedefizit beim Buchinger Fasten recht hoch ist, ist das Risiko des Jo-Jo-Effektes durchaus gegeben. Wem es also allein um eine dauerhafte Gewichtsreduktion geht, der erzielt mit Intervallfasten bessere Ergebnisse.

Fastenkuren sind zunehmend in den eigenen vier Wänden beliebt – unter Voraussetzung, dass aus gesundheitlicher Sicht nichts dagegen spricht. Während eine stationäre Fastenkur in der Regel zwei bis vier Wochen dauert, sollte Heilfasten zuhause nicht länger als eine Woche im Alleingang durchgeführt werden – inklusive Entlastungs- und Aufbautagen.

Da es sich um ein ganzheitliches Prinzip handelt, wird empfohlen, diese strikte Ernährung im Alleingang möglichst während des Urlaubs durchzuführen. Mit ausreichend Ruhephasen, Bewegung an der frischen Luft und dem Meiden von jeglicher Form von Stress.

Ist eine stressfreie Durchführung zuhause nicht möglich, empfiehlt es sich, spezielle Angebote in Absprache mit Ihrer Krankenkasse zu nutzen. Wer auf ein luxuriöses Hotel oder eine Fastenklinik wie Schloss Warnsdorf verzichten kann, wird auch in der Nähe Möglichkeiten zum erholsamen Nahrungsverzicht und Entlastung von Geist, Psyche und Magen-Darm-Trakt finden.

Ablauf Buchinger Heilfasten

Falls Sie Heilfasten ausprobieren möchten, ist zunächst die wichtigste Voraussetzung, das Ihr Körper- bzw. Gesundheitszustand dies zulässt. Insbesondere bei chronischen Erkrankungen und mit zunehmenden Alter ist ein Gesundheitscheck beim Arzt im Vorfeld wichtig. Während dieser in einer Buchinger Klinik bzw. bei einer medizinisch betreuten Fastenkur zum Standard-Angebot vor dem Nahrungsverzicht gehört, ist der Check vor allem bei der strikten Energiereduktion im Alleingang ratsam.

Fastende sollten sich neben eines Gesundheitschecks vorab intensiv mit der Fastenmethode, möglichen gesundheitlichen Risiken und einer Fasten-Anleitung beschäftigen – und ausreichend Zeit und Ruhe zur Selbstreflexion und Regeneration einplanen.

Die Erkenntnis, dass es sich um eine freiwillige Kur und einen bewussten Verzicht handelt, der nicht das Ziel verfolgt, abzunehmen, ist grundlegend. Ein erfolgreicher Gewichtsverlust braucht Zeit und funktioniert dauerhaft nur über eine gesunde Ernährungsumstellung und nicht innerhalb von ein bis zwei Wochen.

Das Ziel sollte viel mehr sein, die Auszeit zu nutzen und im Anschluss mit neu mobilisierter Energie individuelle Ziele wie ein rauchfreies Leben oder eine gesunde Ernährung leichter umsetzen zu können.

Entlastungstag(e): Um Körper und Geist auf den anstehenden Nahrungsverzicht vorzubereiten, startet eine Fastenkur mit ein bis drei Entlastungstagen. In dieser zeit steht leichte Kost auf dem Programm. Es ist der letzte Tag bis zum Aufbautag, an dem Sie festes Essen zu sich nehmen.

Abführen: Um den Darm zu entleeren und die Verdauungsfunktion ein letztes Mal zu stimulieren, folgt am Abend vor dem Fastenstart oder am Morgen des 1. Fastentages eine Darmreinigung. Der Zeitpunkt richtet sich nach dem verwendeten Abführmittel und der Dosierung.

Nahrungsverzicht: Die eigentlichen Fastentage folgen einem festen Ablauf. Während des Tages werden mehrere flüssige Mahlzeiten serviert. Zusätzlich stehen Entspannungsübungen, Bewegung und Anwendungen wie Massagen auf dem Programm.

Fastenbrechen: Das zelebrierte Fastenbrechen beendet den Nahrungsverzicht und bereitet den Körper wieder auf eine gesunde Ernährung bzw. feste Nahrung vor. Bevor wieder „normal“ gegessen wird, stehen noch ein oder mehrere Aufbautage mit leichter Kost auf dem Programm. Daraufhin folgt im Idealfall eine Ernährungsumstellung mit hohem Anteil an frischer Pflanzenkost mit gesunden, regionalen und saisonalen Obst- und Gemüsesorten sowie Salaten und Vollkorngetreide.

Wem die Auszeit für Körper und Geist gefallen hat, kann zusätzlich darüber nachdenken, Intermittierendes Fasten als alltagstaugliche Fastenmethode und geeignete Form einer gesunden Ernährung auszuprobieren.

Ablauf Heilfasten nach Dr. Buchinger:

  1. Entlastungstag(e)
  2. Darmentleerung
  3. Erster bis letzter Fastentag
  4. Fastenbrechen
  5. Aufbautag(e)

Entlastungstag – Einstimmung auf den bewussten Verzicht

Zur körperlichen Vorbereitung und mentalen Einstimmung auf den kulinarischen Verzicht startet die Buchinger-Diät mit ein oder mehreren Tagen, an denen Schonkost serviert wird. Es gibt verschiedene Varianten. Die Kalorienzufuhr wird bei jeder Methode bereits deutlich auf unter 1000 Kilokalorien – in der Regel auf ca. 600 Kilokalorien – reduziert.

An den entlastenden Tagen werden hauptsächlich Kohlenhydrate in Form von Obst und Gemüse mit einer Extraportion an Mikronährstoffen, ballaststoffreiches Getreide, kaum Fett und wenig Eiweiß serviert.

Den Darm mit Schonkost entlasten:

  • Obsttag: Über den Tag verteilt werden 4 bis 5 Portionen (1,5 bis 2 kg) saisonales Obst verzehrt.
  • Hafertag: Über den Tag verteilt werden 3 Portionen Haferbrei (je 35 g Hafervollkornflocken in etwas Wasser garen) zusammen mit je 100 g gedünstetem Gemüse oder Obst serviert.
  • Reistag: Über den Tag verteilt werden 3 Portionen Naturreis (je 50 g Reis in 100 ml Wasser garen) zusammen mit je 200 g gedünstetem Gemüse oder ungesüßtem Obstkompott serviert.

Tipp: Wer sich für den Reistag entscheidet, kann auf praktische Vollkornreisflocken zurückgreifen, die nur kurz in aufgekochtem Wasser ziehen müssen.

Darmentleerung – vor und während der Fastenkur

Das Abführen vor dem Nahrungsverzicht sorgt dafür, dass im Darm befindliche Nahrungsreste vollständig ausgeschiedenen werden. Dadurch kann sich der Verdauungstrakt während des Fastens regenerieren – schließlich arbeiten Magen und Darm Tag für Tag auf Hochtouren.

Bei einer längeren Fastenkur ist es zudem sinnvoll, das Abführen alle paar Tage zu wiederholen, um mögliche Nahrungsreste und anfallende Stoffwechselendprodukte und „Schlacken“ während der Entgiftung auszuscheiden.

Ein weiterer Vorteil der gründlichen Darmreinigung: Indem die Verdauungsarbeit, die Darmbewegung und die Ausschüttung von enzymreichen Verdauungssäften pausiert, wird das Hungergefühl deutlich herabgesetzt. Typischerweise wird zur Darmentleerung Bitter- oder Glaubersalz zum Abführen verwendet – gegebenenfalls mit einem zusätzlichen Einlauf.

Abführen mit Bitter- oder Glaubersalz ist definitiv die gründlichste Form der stimulierten Darmreinigung. Empfindliche Personen können die Dosis des Abführsalzes in Absprache mit dem Fastenarzt reduzieren oder eine sanftere Methode wählen.

Anleitung Abführen

Für eine schnelle Darmentleerung hat es sich bewährt, am Morgen des ersten Fastentages zwei Esslöffel (ca. 30 bis 40 g) Glaubersalz in 750 ml warmem Wasser aufzulösen und innerhalb von 15 Minuten zu trinken. Danach wird das Abführen durch eine weitere Flüssigkeitszufuhr in Form von einem Liter Wasser oder Tee unterstützt.

Um rechtzeitig zur Toilette zu kommen, wenn die abführende Wirkung einsetzt, sollte ein WC in der Nähe sein – denn zeitnah nach Aufnahme der hohen Flüssigkeitszufuhr und dem gelösten Glaubersalz beginnt es im Darm zu rumoren und es tritt eine durchfallartige Darmentleerung ein.

Das gesamte Abführen kann bis zu drei Stunden anhalten, ist häufig allerdings bereits nach einer Stunde überstanden. Zur Linderung von Bauchschmerzen können Sie Wärme nutzen – in Form einer Wärmflasche oder eines Körnerkissens.

Falls Sie sich eine sanftere Alternative zum Abführen mit Bittersalz und Co. wünschen, werden verschiedene Hausmittel empfohlen. Die Wirkung fällt allerdings deutlich schwächer aus und der Zeitpunkt der Darmentleerung kann nicht genau bestimmt werden.

Alternativen zu Glaubersalz

Falls Sie die Kur im Alleingang absolvieren, können Sie bereits ein paar Tage vor dem Start ausprobieren, auf welche pflanzliche Abführmethode Ihr Körper gut reagiert.

Zusätzlich wird von einer konventionellen Darmreinigung mit Glaubersalz bei einigen Beschwerden wie Herzerkrankungen, einem sehr niedrigen Blutdruck oder Magen-Darm-Krankheiten abgeraten. An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, dass Fasten bei Vorerkrankungen immer erst nach medizinischer Untersuchung durchgeführt werden darf.

Sanfte Alternativen zu Glaubersalz:

  • Pflaumensaft
  • Sauerkraut
  • Rizinusöl
  • Trockenpflaumen
  • Sauerkrautsaft
  • Grüner und schwarzer Tee

Tipp: Für eine optimal abführende Wirkung hat es sich bewährt, ein großes Glas (ca. 300 ml) Pflaumensaft auf nüchternen Magen zu trinken. Zusätzlich können Sie den Pflaumensaft mit etwas naturtrübem Apfelsaft mischen. Pflaumen- und Apfelsaft eignet sich daher auch ideal als Saft während des Fastens mit sanft abführender Wirkung.

Aufgrund des hohen Zuckergehaltes ist Obstsaft allerdings nur in der Menge von 250 ml während einer Fastenkur geeignet. Zur sanften Darmreinigung vor dem Fasten können Sie hingegen mehrere Gläser über den Tag verteilt trinken.

Auch grüner und schwarzer Tee wirkt verdauungsfördernd. Gleiches gilt für Kaffee – allerdings ist das beliebte Heißgetränk im Gegensatz zu einer moderaten Menge an koffeinhaltigem Tee bei niedrigem Blutdruck kein Bestandteil des Buchinger Fastens. Daher ist es sinnvoll, Kaffee bereits beim Abführen vorübergehend vom Speiseplan zu streichen.

Um die abführende Wirkung zu intensivieren, können Sie Ihren Bauch sanft und unter leichtem Druck mit pflanzlichen Ölen massieren.

Ablauf der Fastentage – Getränke, Bewegung und Entspannung

Das Buchinger Heilfasten in einer Fastenklinik richtet sich nach einem festen Fastenplan. Die Heilfasten Anleitung sollte auch beim Fasten zuhause als Orientierung gelten; kann jedoch gegebenenfalls leicht angepasst werden.

Anleitung Fastenplan:

  1. 1

    Morgens: Der Fastentag startet mit 250 ml Kräutertee mit etwas Honig

  2. 2

    Mittags: 250 ml (frisch gepresster) Obstsaft

  3. 3

    Nachmittags: 250 ml Kräutertee mit etwas Honig

  4. 4

    Abends: 250 ml heiße Gemüsebrühe

Bei niedrigem Blutdruck können Sie den Kräutertee morgens und nachmittags durch grünen bzw. schwarzen Tee oder Ingweraufguss ersetzen bzw. ergänzen.

Bei Unwohlsein in Form von starken Kopfschmerzen oder Kreislaufproblemen können Sie zwischendurch gelegentlich etwas Honig auf der Zunge zergehen lassen.

Zusätzlich zu den oben genannten Getränken werden bei der Buchinger Ernährung mindestens 2 Liter Leitungswasser, Kräutertee oder Mineralwasser getrunken. Wasser kann zusätzlich mit Zitronenscheiben aromatisiert werden. Vor oder nach körperlicher Aktivität kann Tee zusätzlich mit ca. 2 TL Honig angereichert werden.

Bei einem empfindlichen Magen sind milde Obstsäfte (zum Beispiel säurearme Babysäfte) zu bevorzugen. Als Kräutertees eignen sich Sorten wie Kamille oder Fenchel mit beruhigender Wirkung. Zusätzlich sind geringe Mengen an Hafer- oder Reisbrei bei Magenschmerzen geeignet.

Kleine Mengen an Buttermilch, Magermilch oder Molke sind ebenfalls erlaubt, um den Muskelabbau so gering wie möglich zu halten. Modern interpretiertes Buchinger Fasten lässt es den Fastenden auch frei, kleine Mengen an Magerquark zu verzehren – zum Muskelerhalt oder bei intensivem Hungergefühl. Der angesetzte Kaloriengehalt des Buchinger Fastens von 200 bis 300 Kilokalorien sollte jedoch nicht auf über 500 Kilokalorien gesteigert werden.

Therapeutisches Fasten sollte zudem mit aktivierenden Bürsten-Massagen mit anregender Wirkung auf den Kreislauf, moderater Bewegung an der frischen Lust, Meditation und Achtsamkeitsübungen kombiniert werden.

Rezept Fastenbrühe

Die Gemüsebrühe sollte auf jeden Fall selbst frisch zubereitet werden. Im Gegensatz zu fertigem Gemüsebrühpulver enthält selbst gekochte Brühe garantiert keine künstlichen Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, deutlich weniger Salz und eine Extraportion basischer Mineralstoffe.

Am besten bereiten Sie die Brühe jeden Tag frisch zu. Für ausreichend kulinarische Abwechslung eignen sich täglich variierende Gemüse, die Sie bei Bedarf mit etwas Tomatenmark, Curcuma und sonstigen Gewürzen abschmecken können.

Zubereitung Fastenbrühe: Für die Gemüsebrühe wird ca. 500 g frisches Bio-Gemüse der Saison gründlich gewaschen, zerkleinert und zusammen mit 250 ml Wasser aufgekocht.

Die Fastensuppe 30 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen, anschließend das Gemüse abseihen und nur die Brühe verwenden. Das Gemüse muss nicht weggeschmissen werden, sondern kann eingefroren und nach dem Fasten, z.B. bei den Aufbautagen, weiter verwendet werden.

Nach dem Durchseihen können Sie die Fastenbrühe mit Gewürzen und frischen Kräutern verfeinern. Salz sollte nur sparsam verwendet werden – bei niedrigem Blutdruck kann tendenziell etwas mehr gesalzen werden.

Fastenbrechen – Apfel als Klassiker

Um den Körper nach dem Fasten wieder langsam an feste Nahrung zu gewöhnen, wird traditionell ein Apfel mit allen Sinnen achtsam und ganz langsam gegessen. Dieses zelebrierte Beenden der Fastenzeit bereitet Ihren Körper auf den Aufbautag vor.

Das Fastenbrechen soll möglichst in aller Ruhe stattfinden und dient nicht nur zur langsamen Stimulation Ihrer Verdauungsfunktion: Fastende berichten, dass der fokussierte Genuss beim Fastenbrechen ein wichtiges Symbol für ein bewussteres Essverhalten nach dem Fasten isst.

Anstatt unter Zeitdruck schnell zwischen zwei Terminen ungesundes Fastfood herunter zu schlingen, kann das Fastenbrechen die Initialzündung für mehr Achtsamkeit beim Essen und für den Fokus auf eine gesunde Ernährung sein.

Aufbautage – Der Start in eine gesunde Ernährung

In einer Fastenklinik wird als Aufbaukost eine ovo-lakto-vegetarische Diät – pflanzliche Lebensmittel, die mit Milchprodukten und Eiern ergänzt werden können – serviert.

Im Sinne einer Entgiftung werden ökologisch produzierte Nahrungsmittel bevorzugt; schließlich wäre es kontraproduktiv, den „Detox“-Effekt direkt im Anschluss durch die Aufnahme von Schadstoffen aus der industriellen Massenproduktion wie Antibiotika oder Pestizide zu zerstören.

Falls Sie zuhause gefastet haben, können Sie die Mahlzeiten der Entlastungstage erneut als Aufbaukost nutzen. Gleiches gilt für vollwertige Rezepte wie Gemüsepfanne in vegetarischer oder veganer Rezeptur wie Gemüse-Hirse-Pfanne, grüne Smoothies, Pellkartoffeln mit Kräuterquark oder Gemüsesuppen. Noch einfacher geht es, wenn Sie über den Tag verteil viel frisches Obst verzehren.

Im Anschluss an den Aufbautag wird der Körper Schritt für Schritt an eine vollwertige Ernährung mit hohem pflanzlichen Anteil herangeführt.

Gesundheitliche Vorteile Heilfasten

Die Alternativmedizin nutzt Fasten, um durch den Nahrungsverzicht den Körper zu entgiften und dadurch die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Ziel ist es, dass Ihr Wohlbefinden gesteigert und Stoffwechselerkrankungen gelindert werden.

Auch wenn der Begriff „Entschlackung“ in der klassischen Schulmedizin nicht existiert, spielen die entgiftenden Effekte aus Sicht der Alternativmedizin eine zentrale Rolle beim Heilfasten.

Neben der entschlackenden „Detox“-Wirkung zielt Heilfasten darauf ab, die Mikrozirkulation dank durchblutungsfördernder Effekte zu verbessern. Eine optimierte Durchblutung kann sich wiederum positiv auf das Ausleiten unerwünschter Stoffe auswirken.

Indikationen für Heilfasten:

  • Allergien
  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Migräne
  • Neurodermitis
  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Änderung ungesunder Ernährungsmuster
  • Übergewicht
  • Asthma
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • Burn-Out-Syndrom

Psychologische Vorteile

Neben physiologischen Vorteilen kann auch Ihre Psyche vom Heilfasten profitieren, indem sich die körperliche Entschlackung „auf Ihre Seele überträgt“. Während gesundheitsschädliche Substanzen durch das Fasten aus Fettgewebe, Organen und Co. ausgeschieden werden, können Sie sich auch von mentalem Ballast befreien.

Voraussetzung für das Loslassen mentaler Belastungen ist allerdings, dass Sie das Fasten als Auszeit vom Alltag mit Entspannungsübungen, ausreichend Ruhe und der Reflexion Ihres Lebensstils nutzen. Gegebenenfalls kann eine begleitende Psychotherapie sinnvoll sein.

Darüber hinaus schwören Fastende auf das häufig beschriebene Gefühl „wie neu geboren“, „zentriert“ oder „Harmonie zwischen Körper und Geist“.

Fastende berichten auch von einem beflügelnden Gefühl und einer deutlich spürbaren Stimmungsaufhellung, sobald die Fastenkrise – ein typisches Unwohlsein zu Beginn des Fastens mit Kopfschmerzen und Co. – überstanden ist.

Vorteile Buchinger Fasten:

  • Entgiftung (Ausscheidung von „Schlacken“)
  • Fokussierung auf das Wesentliche
  • Ausgleich vom Alltag
  • Verbesserte Durchblutung
  • Stimmungsaufhellende Wirkung
  • Reflexion des bisherigen Lebensstils
  • Regeneration
  • Mehr Wohlbefinden und Energie
  • Besserer Gesundheitszustand
  • Start für ein bewussteres Essverhalten

Buchinger-Wilhelmi-Fastenklinik – Modern interpretiertes Heilfasten

Die Fastenklinik Wilhelmi am Bodensee zeichnet aus, dass die Erfahrungen des Nahrungsverzichtes der Patienten wissenschaftlich untersucht und dokumentiert werden. Diese moderne Fastenmethode kombiniert die Grundlagen des klassischen Buchinger-Heilfastens mit integrativer Medizin und psychologischen Impulsen aus dem Achtsamkeitstraining und der Persönlichkeitsentwicklung.

Die Diät an sich basiert ganz klassisch auf 200 Kalorien pro Tag mit Bio-Säften und Brühe zur Versorgung mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.

In der bisher größten Fastenstudie in Kooperation mit der Berliner Charité, deren Ergebnisse im Fachjournal PLOS ONE veröffentlicht wurden, konnten zahlreiche gesundheitliche Vorteile des Nahrungsverzichtes belegt werden. Die Studie konnte u.a. zeigen, dass der Nahrungsverzicht altersabhängige Erkrankungen vorbeugen und chronische Stoffwechselstörungen erfolgreich therapieren kann.

Studienergebnisse zum Fasten:

  • Mobilisierung der im Fettgewebe gespeicherten Energie
  • Bildung von Ketonkörpern zur Energiegewinnung (Fastenzustand)
  • Signifikanter Gewichtsverlust
  • Verbesserte Cholesterinwerte
  • Reduzierter Bauchumfang
  • Verbesserte Blutfett- und Blutzuckerwerte
  • Positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System
  • Optimierung von Arthritis und Diabetes Typ 2
  • Verbesserung von Fettleber und Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Mehr Wohlbefinden und weniger Erschöpfungszustände

Ist Buchinger Heilfasten zum Abnehmen geeignet?

Auch wenn für viele das Ziel von Fasten à la Buchinger und weiteren Fastenmethoden eine Gewichtsreduktion ist, kann Heilfasten zwar erfolgreich beim Abnehmen helfen, allerdings hauptsächlich dadurch, dass es die Weichen für eine Reflexion eines bisherigen ungünstigen Essverhaltens und eine anschließende Ernährungsumstellung stellt.

Der Gewichtsverlust beim Heilfasten basiert in gewissem Umfang auf einer Reduktion von Depotfett, wird jedoch durch einen deutlichen Wasserverlust begleitet: Nach der Umstellung auf eine bedarfsgerechte Energieaufnahme sind die verlorenen Kilos schnell wieder da, wenn das zuvor ungünstige Essverhalten nicht konsequent umgestellt wird.

Fallen Sie in Ihre vorherigen Ernährungsmuster zurück, kommt es zum bekannten Jo-Jo-Effekt. Weil Ihr Stoffwechsel während des Fastens durch die extreme Kalorienreduktion runterfährt, sinkt Ihr Grundumsatz; allen voran dann, wenn Sie länger fasten. Sobald Sie im Anschluss wieder „normal“ essen, nehmen Sie bei gleicher Kalorienaufnahme mehr zu als vor der strikten Kalorienreduktion.

Wer sollte nicht Fasten?

Neben der Grundvoraussetzung, sich bewusst für die Fastenzeit zu entscheiden, gibt es Personengruppen, die nicht fasten sollten. Bei Untergewicht, während des Wachstums (Kinder und Jugendliche) und der Schwangerschaft sowie bei verschiedenen Erkrankungen ist der bewusste Nahrungsverzicht nicht geeignet.

Kontraindikationen Fasten:

  • Untergewicht
  • Kinder und Jugendliche (Wachstum)
  • Essstörungen*
  • Schwangere und stillende Frauen
  • (Schwerwiegende) Leber-und Nierenerkrankungen**
  • Mangel-und Fehlernährung
  • (Schwerwiegende) Schilddrüsenerkrankungen**
  • Lebensbedrohliche Erkrankungen wie Krebs**

*Personen mit Essstörungen sollten auf Buchinger Fasten unbedingt verzichten. Diese Empfehlung gilt nicht nur für Untergewicht wie bei Anorexia nervosa (Magersucht), sondern auch für Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht), Binge-Eating (Essanfälle) und ausgeprägte Adipositas. Da bei all diesen Formen der Essstörung psychologische Gründe ausschlaggebend sind, kann der Nahrungsverzicht die Krankheit selbst dann „triggern“, wenn sie als überwunden gilt.

** Aus alternativmedizinischer Sicht wird Buchinger Fasten teilweise gerade bei diesen Erkrankungen empfohlen. Wichtig ist auf jeden Fall, bei Krankheiten mit Untergewicht und bei chronischen Erkrankungen nur nach schulmedizinischer Untersuchung zu fasten. Idealerweise ist ein Mediziner mit zusätzlicher naturheilkundlicher Ausbildung der richtige Ansprechpartner, um Nutzen und mögliche Risiken abzuwägen.