„Man bin ich sauer“ – so geht es doch jedem mal. Allerdings nicht nur im übertragenen Sinn. Denn durch falsche Ernährung und Stress kann es im Körper zu einer Übersäuerung kommen und die kann im schlimmsten Fall krank machen. Übersäuerung soll eines der am weitesten verbreiteten Probleme in der industriellen Welt sein.

Wie sehr ein zu saures Milieu im Körper das Leben und die Gesundheit beeinträchtigt, ist noch nicht final erforscht worden. Doch vermuten manche, dass Übersäuerung für zahlreiche Beschwerden die Ursache und für schwerwiegende Krankheiten der Auslöser sein kann.

Wir zeigen Ihnen, woran Sie eine Übersäuerung erkennen, wie Sie Säure im Körper neutralisieren und sich langfristig vor einem unausgewogenen Säure-Basen-Haushalt schützen können. Außerdem geben wir Ihnen hilfreiche Tipps für eine basische Ernährung.

Wie entsteht eine Übersäuerung?

„Sauer macht lustig“ – so heißt es in einem alten Sprichwort. Aber wenn der Körper übersäuert ist, dann ist der Spaß vorbei. Denn hieraus können ernsthafte und langwierige Erkrankungen entstehen. Eine Störung im Säure-Basen-Haushalt kann unterschiedliche Ursachen haben. Im Folgenden erklären wir, was eine Übersäuerung ist und wie sie entstehen kann.

Der Säure-Basen-Haushalt: So schützt uns unser Körper vor einer Übersäuerung

Ein stabiler Säure-Basen-Haushalt und ein gut funktionierender Stoffwechsel sind die wichtigsten Voraussetzungen für Leistungsfähigkeit, Vitalität und letztendlich auch für die Gesundheit.

Die Konzentration von Säure und Basen innerhalb einer Flüssigkeit wird durch einen pH-Wert angegeben. Die Abkürzung “pH” steht für potentia hydrogenii, was, aus dem lateinischen übersetzt, “Konzentration des Wasserstoffs innerhalb einer Lösung” bedeutet.

Sauer 0 – 6,9
PH-neutral 
Basisch 7,1 – 14

Durch Stress, falsche Ernährung, Nikotin, Alkohol, aber auch Krankheiten oder genetische Vorbelastungen, kann der Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht kommen. Es gibt eine akute Azidose, die lebensbedrohliche Formen annehmen kann und sofort behandelt werden muss.

Die chronisch latente Azidose dagegen ist eine schleichende und dauerhafte Übersäuerung. Schätzungen nach, sind acht von zehn Menschen in unseren Regionen zumindest zeitweise eher übersäuert – die meisten von ihnen merken davon nichts.

Ein hoher Säureanteil in einigen Körperregionen ist nicht nur unschädlich, sondern geradezu erwünscht – wie zum Beispiel im Magen. Denn durch die Magensäure wird Nahrung in die einzelnen Bestandteile zersetzt. Darum muss der Säuregehalt im Magen deutlich höher sein, als beispielsweise auf der Haut, in den Knochen oder im Fruchtwasser einer schwangeren Frau.

Der Körper ist darauf programmiert, den Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Säure wird über die Nahrung aufgenommen, mit Hilfe von Mineralstoffen neutralisiert und über die Leber und die Nieren ausgeschieden. Dieser Prozess wird als Pufferkapazität beschrieben.

Werden durch falsche Ernährung zu viele saure Faktoren und zu wenig Mineralstoffe aufgenommen, kann dieser Ausgleich nicht mehr stattfinden und es kommt zu einer Übersäuerung des Körpers.

Die Formen der Übersäuerung

Es gibt zwei Formen der Übersäuerung:

  • chronische Übersäuerung
  • akute Übersäuerung

Weiterhin unterscheidet man zwischen:

  • extrazelluläre Übersäuerung
  • intrazelluläre Übersäuerung

Die extrazelluläre Übersäuerung findet, wie der Name sagt, außerhalb der Zelle, in den Körperflüssigkeiten und der Lymphe statt. Ist dies der Fall, können nicht ausreichend Nährstoffe in die Zelle transportiert werden.

Die intrazelluläre Übersäuerung, also die Übersäuerung innerhalb der Zelle, kann sowohl die Zelle, als auch die Zellorganellen beeinträchtigen und damit auch ihre Leistungsfähigkeit herabsetzen. Viele körperliche und chronische Erkrankungen können die Folge sein.

Übersäuerung des Blutes

Der pH-Wert des Blutes sollte im Idealfall im neutralen Bereich liegen – das heißt einem Wert von etwa 7,36 bis 7,45 entsprechen. Bei einer Übersäuerung sinkt dieser Wert unter 7,35. Je niedriger der Wert wird, desto saurer ist das Blut und desto schlechter funktioniert der Stoffwechsel des Körpers. Denn zur reibungslosen Verstoffwechselung braucht es einen ganz bestimmten pH-Wert.

Die Auswirkungen eines angeschlagenen Stoffwechsels werden meist schleichend wahrgenommen, wenn überhaupt: Schlappheit, Müdigkeit, Leistungsabfall. Dafür kann es viele Gründe geben in unserem hektischen Alltag, aber eben auch den der Übersäuerung des Körpers.

Chronische Übersäuerung

Wenn der Körper droht zu übersäuern, also mehr Säure zugefügt wird, als er durch Nahrungsaufnahme neutralisieren oder über die Leber, die Niere und die Haut (beispielsweise in Form von Schweiß) abführen kann, tritt das sogenannte Pufferkonzept in Kraft.

Hierbei greift der Körper zunächst auf den körpereigenen Basenspeicher zurück. Geschieht dies über einen längeren Zeitraum und sind die Reserven schließlich aufgebraucht, stellt sich eine chronische Übersäuerung mit all ihren gesundheitlichen Folgebeschwerden ein.

Chronische Übersäuerung und Azidose: Worin liegt der Unterschied?

Der Begriff Azidose wird in der Umgangssprache häufig nicht korrekt angewandt. Während eine chronische Übersäuerung schleichend und über einen längeren Zeitraum stattfindet, ist die akute Azidose durchaus lebensbedrohlich.

Sie wird nicht durch Stress und falsche Ernährung ausgelöst, sondern ist die Folge einer akuten verminderten Atmung (respiratorische Azidose) oder einer stoffwechselbedingten Übersäuerung (metabolische Azidose). Sie tritt beispielsweise durch einen Herzstillstand oder Schock auf und muss sofort ärztlich behandelt werden.

Indizien für eine akute Azidose sind unter anderem:

  • Blaue Lippen
  • Atemnot
  • Desorientiertheit
  • Bewusstseinsverlust
  • Herzrasen
  • Verstärkte und übermäßig tiefe Atmung

In solchen Fällen ist sofort der Notarzt zu alarmieren!

Die chronische Übersäuerung hingegen ist nicht lebensbedrohlich. Ihre Auswirkungen – beispielsweise Herzerkrankungen – können es schon sein. Patienten mit medizinischer Vorbelastung sollten also auch auf eine Ernährung achten, in der möglichst wenig Säure den Organismus belastet.

Wie stehen Sodbrennen und Übersäuerung in Zusammenhang?

Wenn Ihnen mal etwas sauer aufstößt, müssen Sie deswegen keine chronische Übersäuerung befürchten. Vermutlich haben Sie nur etwas Falsches oder zu hektisch gegessen und Ihre Magensäure legt eine Extraschicht ein. Ist Sodbrennen bei Ihnen allerdings ein regelmäßiges Thema, kann es sein, dass Sie tatsächlich übersäuert sind.

Die heutige Ernährung erfordert oft eine erhöhte Magensäure-Konzentration, um das Essen zu verarbeiten. Dieser Überschuss macht sich als Sodbrennen bemerkbar. Ebenfalls können zu viele säurebildende Stoffe zu einer Erhöhung der Magensäure führen, die dann ebenfalls Sodbrennen zur Folge hat.

Ursachen einer Übersäuerung: Wodurch wird eine Übersäuerung ausgelöst?

Mit zunehmendem Alter sinkt die Leistungsfähigkeit. Davon sind auch die Organe betroffen. Leber, Nieren und Haut sind die wichtigsten Organe, um die Säure im Körper zu neutralisieren bzw. auszuscheiden. Aber es gibt auch noch andere Faktoren, die zu einer Übersäuerung führen können.

Vorerkrankungen als mögliche Verursacher einer Übersäuerung

Die Leber und die Niere sind die wichtigsten Organe, um den Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Ist eines von ihnen – oder im schlimmsten Fall sogar beide – nicht vollkommen funktionsfähig, ist der Ausgleich nicht mehr reibungslos möglich. Weitere gesundheitliche Auslöser für eine Übersäuerung:

  • Starker Durchfall, bei dem vermehrt Basen ausgeschieden werden, die zur Neutralisierung benötigt würden
  • Einnahme von Medikamenten, beispielsweise harntreibende Medikamente
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Diabetes mellitus Typ 1, wenn er einen hohen Konzentrationswert sogenannter Ketonkörper verursacht
  • Alkoholismus, Drogen
  • Unterernährung, Magersucht

Übersäuerung durch ungesunde Lebensweise

Statt Frühstück eilig eine Tasse Kaffee stürzen, auf dem Weg ins Büro ein belegtes Brötchen hastig vertilgen, das Mittagessen schnell zwischen zwei Termine legen, am Nachmittag einen Schokoriegel für die Nerven und nach einem zu reichhaltigen Abendessen noch ein paar Chips und ein Glas Wein. Wer kennt das nicht?

Und leider ist es keine Ausnahme: Wir ernähren uns einfach zu ungesund. Zu viel Kaffee, zu viel Alkohol, zu viel Zucker – klar, dass der Körper da nicht gegen ankommt und irgendwann, im wahrsten Sinne, sauer wird. Auch Stress, Nikotin und Alkohol sind säurebildende Stoffe, die zu einer Übersäuerung führen können.

Übersäuerung durch falsche Ernährung

Während wir uns früher deutlich stärker von pflanzlichen Produkten ernährt und viel mehr körperliche Tätigkeiten ausgeübt haben, stehen heute überwiegend Fleisch, Wurst, Weißmehl, Zucker, Fast Food und viele andere säurebildende Lebensmittel auf dem Speiseplan.

Zu den Lebensmitteln, die sauer verstoffwechselt werden, gehören:

  • Tierische Eiweiße, wie Fleisch und Wurst
  • Eier
  • Milch und Milchprodukte
  • Backwaren
  • Kohlensäurehaltiges Mineralwasser
  • Süße Getränke
  • Kaffee
  • Alkohol
  • Zucker und Süßstoffe

Der Körper kann diese oftmals nicht mehr ausgleichen und übersäuert.

Auch spielen Bewegung und körperliche Tätigkeit eine große Rolle bei der Verstoffwechselung. Überwiegend im Sitzen ausgeführte Berufe und wenig Sport tragen dazu bei, dass die überschüssige Säure schlechter abgebaut werden kann. Dieser Überschuss wird vom Körper in Lager, beispielsweise dem Bindegewebe, gebracht, wo es bleibt, bis der Basenspeicher zum Abbau wieder aufgefüllt ist.

Findet dieser Abbau nicht in einem gewissen Zeitrahmen statt, wird aus dem Zwischenlager ein Endlager und schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen können die Folge sein.

Übersäuerung durch säurebildende Mineralstoffe

Eine Übersäuerung des Körpers droht aber auch durch eine erhöhte Zufuhr an säurebildenden Mineralstoffen. Dazu gehören Schwefel, Phosphor, Chlor und Jod. Daraus entstehen innerhalb der Verstoffwechselung Schwefelsäure, Salzsäure und Phosphorsäure – alles für den Stoffwechsel notwendige Bestandteile, aber eben nur in einem gewissen Maß. Ein Zuviel kann einen nachteiligen Effekt haben und zu gesundheitlichen Problemen führen.

Schwefel findet sich in eiweißhaltiger Nahrung, beispielsweise Krabben, Matjes, Brathähnchen, Parmesan. Phosphor befindet sich in Linsen, Joghurt oder Sojabohnen. Chlor ist aufgrund seiner Bindung an Natrium beispielsweise in Kochsalz, aber auch in Fertiggerichten, Chips oder gesalzenen Nüssen enthalten. So gut wie alle Nahrungsmittel enthalten Jod, in Meeresfrüchten und Seefischen kommt es aber in besonders hoher Dosis vor.

Alle diese säurebildenden Stoffe sind wichtig, aber eben nur in deutlich geringeren Dosen, als die meisten sie von uns zu sich nehmen.

Was sind die Symptome einer Übersäuerung?

Anders als bei beispielsweise einer Erkältung, treten die Symptome einer Übersäuerung anfänglich leider weder so deutlich, noch unbedingt klar definiert auf. Die Übersäuerung des menschlichen Körpers ist eher ein schleichender Prozess. Viele Symptome lassen sich auch auf andere Krankheiten oder das allgemein gestörte Wohlbefinden – etwa durch Stress, wenig Urlaub, schwierige Beziehungsphasen – schieben.

Müdigkeit, Schlappheit, Kopfschmerzen, Mundgeruch, Muskelschmerzen und Anfälligkeiten für Infekte – das sind mögliche erste Anzeichen für eine Übersäuerung. Brüchige Nägel, Haarausfall, schlechte Haut und Cellulite machen sich häufig im optischen Bereich bei einem gestörten Säure-Basen-Haushalt bemerkbar. Auch die Zähne und die Knochen können durch einen überforderten Basenhaushalt in Mitleidenschaft gezogen werden.

Viele Ärzte weisen bestimmte Symptome ihrer Patienten aber noch selten einem überhöhten Säureanteil im Körper zu. Denn rein wissenschaftlich ist es auch nicht erwiesen, dass eine Übersäuerung grundsätzlich die Ursache sein muss. Aber Menschen, die ihre Ernährung auf eine basische umgestellt haben, berichten zunehmend von einer deutlichen Verbesserung ihrer Probleme. Das lässt darauf schließen, dass der Stoffwechsel und ein gesundes Säure-Basen-Verhältnis grundsätzlich zum Wohlbefinden des Menschen beitragen.

Symptome des Magens

Im Magen herrscht ein eher saures Milieu – und das ist auch sinnvoll. Schließlich dient die Magensäure dazu, Nahrung zu zerkleinern und für den Verdauungsprozess vorzubereiten. Doch zu viel Säure kann gravierende Auswirkungen haben. Völlegefühl, Sodbrennen, saures Aufstoßen oder gar Erbrechen können die Folgen einer Übersäuerung sein.

Mit der Zeit können ernsthafte Schäden im Magen und an der Speiseröhre entstehen, wenn hier nicht schnell Abhilfe geschafft und auf eine basenreiche Kost umgestiegen wird, die den Magen weniger belastet.

Symptome der Zunge

Wie bei so vielen Erkrankungen, ist die Zunge auch bei der Übersäuerung ein wichtiges Indiz. Ablagerungen, die als „belegte Zunge“ bekannt sind, deuten oft darauf hin, dass der Säure-Basen-Haushalt nicht ausgeglichen ist. Auch Mundgeruch kann eine Folge von zu viel Säure im Körper sein. Neben einer weißen Farbe kann der Belag auch gelblich, rötlich oder sogar bräunlich sein.

Symptome der Muskeln

Früher dachte man, dass Muskelkater durch eine Übersäuerung entsteht, etwa nach einer ungewohnten oder übertriebenen Belastung. Diese These wurde in den letzten Jahren allerdings widerlegt. Trotzdem kann eine Übersäuerung des Körpers sehr wohl zu Muskelschmerzen führen.

Hier werden nämlich die basischen Mineralstoffe, wie Calcium und Magnesium, benötigt, um die Muskulatur zu entspannen. Sind diese Puffer aufgebraucht, weil zu viel Säure abgebaut werden muss, führt dies zu Verspannungen und den damit verbundenen Schmerzen, Krämpfen und Ermüdungserscheinungen.

Symptome der Haut

Die Haut ist eines der wichtigsten Organe bei der Entgiftung, denn über sie werden die Schlackenstoffe ausgeschieden. Muss zu viel Säure kompensiert werden, kann sich das zum einen durch vermehrtes Schwitzen bemerkbar machen, zum anderen durch Hautunreinheiten bis hin zu Akne. Neben der Haut sind auch brüchige Nägel häufig ein Symptom für Übersäuerung. Außerdem wirken die Haare oft matt, werden ebenfalls brüchig oder fallen aus.

Symptome der Gelenke

Schmerzende Gelenke, bis hin zur Unfähigkeit, kleine Alltagsbewegungen ohne Schmerzen auszuführen – das kann ebenfalls ein Hinweis auf eine Übersäuerung des Körpers sein. Die nicht abtransportierten oder neutralisierten Säuren lagern sich im Binde- und Knorpelgewebe an und können dort langfristig Entzündungen hervorrufen. Bestehende Problematiken, wie Arthrose und Rheuma, können durch eine Übersäuerung noch verstärkt werden.

Die Folgen einer übersäuerten Ernährung

Die Schlacken, die nicht abtransportiert oder neutralisiert werden können, muss der Körper zwischenlagern, um einer zu hohen Belastung zu entgehen und sie später einmal auszuscheiden, wenn genug basenbildende Mineralstoffe vorhanden sind. Doch wenn diese Giftstoffe im Körper bleiben, kann dies schwerwiegende Folgen haben.

Im Bindegewebe sorgen sie für ein schlechtes Hautbild, fördern die Falten- und Cellulitebildung. In den Gelenken können sie zu Arthrose und Arthritis führen. In den Blutgefäßen gelagert, können ernsthafte Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen.

Im Verdacht, mit einer Übersäuerung des Körpers im Zusammenhang zu stehen, sind auch Krankheiten wie:

  • Osteoporose
  • Migräne
  • Diabetes
  • Gicht
  • Gallensteine
  • Nierensteine
  • Neurodermitis

Auch Unverträglichkeiten können eine Folge von zu saurer Ernährung sein. Beispielsweise, wenn das eiweißverarbeitende Mineral Calcium phosphoricum im Körper fehlt, kann das der Auslöser sein, Produkte mit Eiweiß weniger gut zu vertragen.

Mineralstoffmangel als Folge einer übersäuerten Ernährung

Um Säure abzubauen und zu neutralisieren, greift der Körper auf basische Mineralstoffe zurück. Werden diese nicht ausreichend mit der Nahrung aufgenommen, geht er an seine Reserven – die befinden sich zum Beispiel in den Muskeln, Haaren, Zähnen und dem Bindegewebe. Im Körper entsteht so langfristig eine chronische Unterversorgung. Es kommt zu Muskelschmerzen, Haarausfall, Zahnproblemen und Cellulite.

Übergewicht als Folge einer übersäuerten Ernährung

Überschüssige Säuren werden vom Körper unter anderem im Fettgewebe abgelagert und heften sich dort an die Fettzellen. Wird der Organismus permanent mit übermäßigen Mengen an Säuren konfrontiert, legt er mehr Fettdepots an, um die Schlacken dort speichern zu können. Fettzellen werden also nicht abgebaut und man läuft Gefahr, übergewichtig zu werden. Viele fettleibige Menschen haben zu viel Säure im Körper. Selbst innerhalb einer Diät kommt man an diese Speicher langfristig nicht heran.

Verstopfung der Blutgefäße (Arteriosklerose) und Bluthochdruck

Bei der Verstoffwechselung gelangen saure Bestandteile auch in die Blutbahn. Sind diese im Blutspiegel permanent zu hoch, kann dieser Überschuss die Blutgefäße angreifen und beschädigen. An diesen Stellen können sich nun Kalk und andere Schadstoffe festsetzen und zu Verengungen und Verstopfungen führen.

Die ständige Übersäuerung kann die Blutbahnen auch in ihrer Flexibilität einschränken und damit Auslöser für Bluthochdruck sein.

Verschlechterung der Sehkraft als Folge einer übersäuerten Ernährung

Die Augen sind nicht nur Spiegel der Seele, sondern können auch ein Indiz dafür sein, dass der Körper übersäuert ist. Schließlich werden auch sie von den Blutbahnen durchzogen und von den Nährstoffen des Körpers in ihrer Funktion unterstützt. Ein Mangel an basischen Mineralstoffen hat negativen Einfluss auf Aussehen und Sehkraft der Augen.

Bildung von Nieren-, Gallen- und Blasensteinen

Eine überschüssige Säuregehalt im Körper kann auch zu einer erhöhten Calciumausscheidung führen. Diese können sich in der Niere als sogenannte Steine bemerkbar machen und zu großen Schmerzen führen.

Ein zu alkalischer Urin bildet vermehrt unlösliches Calciumphosphat. Die Entstehung von Blasensteinen – nicht weniger schmerzhaft – droht.

Ebenso eine Folge von einer Übersäuerung können Gallensteine sein. Sie entstehen beispielsweise durch einen erhöhten Cholesterinhaushalt.

Magen-Darm-Beschwerden als Folge einer übersäuerten Ernährung

Das benötigte saure Milieu im Magen wurde in diesem Text bereits kurz angesprochen. Es ist notwendig, um die Magensäure zu bilden, die bei der Verdauung eine entscheidende Rolle spielt. Doch auch hier kann ein Zuviel zu einem großen Schaden führen. Bei Reflux, Sodbrennen und Gastritis haben Patienten, die auf basische Ernährung umgestiegen sind, gute Verbesserungen erzielt.

Gelenkblockierungen (Arthritis, Arthrose, Gicht, Rheuma)

Nicht nur, dass bei einer Übersäuerung übermäßig viele basische Mineralstoffe zum Abtransport und zur Neutralisierung gebraucht werden, die schädlichen Stoffe können sich auch in den Gelenken absetzen und hier schmerzende und folgenschwere Problemen auslösen – beispielsweise durch Entzündungen, die zu Arthritis, Arthrose, Gicht und Rheuma führen können.

Hautprobleme: Neurodermitis, Akne, Cellulite und Rosacea

Trockenheit und ein unangenehmes Spannungsgefühl in der Haut – das können bereits erste Anzeichen einer Übersäuerung des Körpers sein. Als Ausscheidungsorgan hat die Haut mit diesen Schlacken besonders zu kämpfen. Verstopfte Poren führen zu Hautunreinheiten, im schlimmsten Fall sogar zu Akne.

Bestimmte saure Lebensmittel stehen auch im Verdacht, Schübe bei Neurodermitis auszulösen, weswegen diesen Patienten zu einer basenhaltigen Ernährung geraten wird. Aktuelle Diskussionen beschäftigen sich sogar damit, ob eine Übersäuerung Ursache von Neurodermitis sein könnte.

Auch Rosacea ist ein Zeichen von empfindlicher Haut. Eine basische Ernährung kann in diesem Fall zumindest zur Beruhigung führen.

Die Schlackenstoffe werden aber nicht nur ausgeschieden, sondern auch eingelagert, beispielsweise im Bindegewebe. Die Säure weicht in diesem Bereich die Strukturen auf – die Folge: hässliche Dellen an den Oberschenkeln und Po, auch bekannt als Cellulite.

Allgemeine Schwächung des Immunsystems

Arbeitet der Körper ständig auf Hochtouren, um zu versuchen, ein Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen herzustellen, führt das zu einem hohen Verlust an Energie. Wenn nun vermehrt Bakterien und Viren auf den geschwächten Organismus treffen, ist das Potential der Abwehr nicht mehr hoch genug und die Anfälligkeit für Erkrankungen, wie Erkältungen und Grippe deutlich höher.

So können Sie eine Übersäuerung bei sich feststellen

Um festzustellen, ob Sie übersäuert sind, gibt es verschiedene Wege. Am einfachsten ist es, sich mittels einiger Fragen klar zu werden, ob Sie Gefahr laufen zu übersäuern.

  • Hat sich Ihr Hautbild verändert?
  • Sind Haare und Nägel brüchig?
  • Sind Sie oft und lange erkältet?
  • Leiden Sie unter Verdauungsproblemen?
  • Leiden Sie häufig unter Sodbrennen?
  • Ist Ihre Zunge belegt oder haben Sie Mundgeruch?
  • Sind Ihre Muskeln verspannt und schmerzen, obwohl Sie keinen Sport gemacht haben?
  • Haben Sie Cellulite?
  • Essen Sie nur wenig Obst und Gemüse, dafür viel Weizenmehl, Zucker und Fast Food?
  • Trinken Sie Alkohol?
  • Rauchen Sie?
  • Haben Sie viel Stress – physisch oder psychisch?

Wenn Sie hier bei einem überwiegenden Anteil mit „Ja“ geantwortet haben, dann besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Körper übersäuert ist.

Es gibt aber noch weitere Methoden, um dies zu überprüfen. Der pH-Wert ist zum Beispiel ein Faktor um eine Übersäuerung festzustellen. Er ist ein Messwert für den sauren oder basischen Gehalt wässriger Lösungen und kann daher mit Urin, Speichel oder Blut durchgeführt werden.

Diagnose einer Übersäuerung mit pH-Teststreifen

Im Normalfall sollte der pH-Wert von Urin bei etwa 6,5 liegen. Um einen Urintest durchzuführen, benötigt man einen sogenannten Teststreifen, den Sie in der Apotheke erhalten. Der Teststreifen wird in den sogenannten Mittelstrahl beim Wasserlassen gehalten – das heißt, zunächst lassen Sie etwas Urin ab und halten den Streifen erst dann hinein. Das Indikator-Papier verfärbt sich nun zwischen hellgelb bis dunkelblau. Mittels einer Farbskala können Sie nun den pH-Wert Ihres Urins ablesen.

Da der Säuregehalt des Urins stark schwankt und natürlich sehr davon abhängig ist, was man gegessen und getrunken hat, sollte dieser Test an mehreren Tagen und zu unterschiedlichen Zeiten durchgeführt werden, um einen Mittelwert zu erhalten. Ein zeitlicher Abstand von zwei Stunden zur letzten Mahlzeit sollte dabei eingehalten werden.

Für gewöhnlich ist der Morgenurin etwas saurer, da die Leber über Nacht die Aktivität verstärkt. Zum Abend hin neutralisiert sich dies ein wenig.

Der Säure-Basen-Test nach Sander

Als deutlich zuverlässiger in der Aussagekraft über den individuellen Säure-Zustand, gilt der Säure-Basen-Test nach Sander. Dr. Friedrich F. Sander, Arzt und Biochemiker, entwickelte diesen Test bereits in den 1950er-Jahren. Mit ihm lässt sich nicht nur der pH-Wert bestimmen, der, wie bereits erwähnt, variieren kann, sondern auch die Pufferkapazität des Körpers.

Auf diese Weise kann man feststellen, ob die Reserven des Organismus eventuell schon aufgebraucht sind. Bei diesem Test werden über den Tag verteilt fünf Urinproben zu unterschiedlichen Zeiten entnommen. Diese Proben werden an ein Labor versendet und dort ausgewertet.

Bei der Auswertung erhält man einen umfassenden Überblick über die Schwankungen des Tages und wie der Körper die Regulierung des Haushalts absolviert.

Programm zur Entsäuerung des Körpers

Um langfristig einer Übersäuerung vorzubeugen und die erhöhte Säureablagerung im Körper abzubauen, empfiehlt es sich ein sogenanntes Entsäuerungsprogramm zu absolvieren. Dieses besteht aus drei wesentlichen Schritten:

  • Umstellung der Ernährung auf eine rein basische Nahrung
  • Zufuhr von basischen Mineralstoffen durch basische Nahrung und / oder Nahrungsergänzungsmitteln
  • Aktivierung der Bluttemperatur durch Sport, Sauna, heiße Bäder

Mit einem konsequenten Programm zur Entsäuerung auf dieser Basis können Sie Schritt für Schritt für mehr Wohlbefinden und einen gesünderen Lebensstil sorgen. Bereits entstandene Schäden können oftmals rückgängig gemacht oder zumindest in ihrer Auswirkung vermindert werden.

Allerdings ist ein kompletter Verzicht auf Säuren dauerhaft nicht zu empfehlen, da, wie bereits erwähnt, Säuren in gewissen Mengen wichtig für den Organismus sind.

Ernährung umstellen bei Übersäuerung

Das A und O gegen Übersäuerung, ist die Umstellung der Ernährung. Daran führt kein Weg vorbei. Denn durch die Nahrung nehmen wir die meisten säurebildenden Produkte auf. Nichts muss radikal vom Speiseplan gestrichen werden. Oftmals hilft es schon, das Bewusstsein zu haben, was bestimmte Lebensmittel in Ihrem Körper anstellen können.

Dann fällt es leichter, das Weißbrot gegen Vollkornbrot, den dritten Kaffee am Tag gegen einen Smoothie und ein schweres Abendessen mit Steak und Kartoffeln gegen einen leichten Salat mit Kräutern und frischem Obst auszutauschen. Und statt Schokolade oder Chips gönnt man sich am Abend ein paar Nüsse und Trockenfrüchte.

Entsäuerung durch eine Basentherapie

Bei der Basentherapie geht es darum, so wenig Säuren wie möglich und so viele Basen wie nötig aufzunehmen, um den Körper von den überschüssigen Schlacken zu entlasten und langfristig für mehr Wohlbefinden zu sorgen. Basen können hierbei über ein Nahrungsergänzungsmittel zusätzlich zugeführt werden.

Allerdings sollte eine solche Basentherapie nur über einen begrenzten Zeitraum durchgeführt werden, da eine gewisse Menge an Säuren für den Stoffwechsel notwendig sind.

Schnelle Hilfe durch eine Basenkur

Neben einer dauerhaften Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, kann eine Basenkur eine schnelle Hilfe bei akuten Beschwerden und zum Start in ein weniger saures Leben sein. Hierzu wird für einen gewissen Zeitraum ein Basenpulver eingenommen, das dem Körper ausreichend Mineralstoffe zur Verfügung stellt, um die gelagerten Schlacken abzubauen. Mit Basenbädern kurbelt man diesen Prozess über die Haut an. Mit Bürstenmassagen werden die Lymphe angeregt, den Abbauprozess zu unterstützen.

Übersäuerung behandeln mit Medikamenten

Übersäuerung, die durch einen ungesunden Lebensstil entstanden ist – beispielsweise einer wenig basischen Ernährung – kann mit Medikamenten nicht behandelt werden. Lediglich die Folgen der Übersäuerung – Sodbrennen, Gelenkschmerzen, Neurodermitis – können medikamentös behandelt werden. Der Ursache sollte man dennoch langfristig auf den Grund gehen.

Hinweise für den Alltag – So erleichtern Sie sich den Einstieg in eine basische Ernährung

Aller Anfang ist schwer – das heißt es im Volksmund. Und das trifft auch auf die basische Ernährung zu. Denn es ist schwierig, geliebte Gewohnheiten zu durchbrechen. Doch mit Hinblick auf die Folgen einer ständigen Übersäuerung, sollte jeder überlegen, wie er zumindest mit einem offenen Blick für mehr basischen Ausgleich sorgt. Im Folgenden haben wir ein paar praktische Tipps zusammengestellt, wie Sie es leichter haben, in einen basenhaltigen Alltag zu finden.

Tipps für die Umstellung auf eine basische Ernährung

Zu den wichtigsten Grundregeln gehört es, säurehaltige Nahrungsmittel zumindest weitestgehend vom Essensplan zu streichen. Dazu gehören Kaffee, Süßigkeiten, Produkte aus Weizenmehl, Alkohol, Fleisch und vieles mehr. Hungern muss stattdessen keiner: Statt Schokoriegel einen Apfel, statt Brötchen mit Marmelade ein Quinoa Müsli mit Obst und statt Schweinebraten mit Klößen ein Auberginen-Zucchini-Curry.

Und nur, weil man neben Beruf und Familie keine Zeit für aufwendige Gerichte hat, hat man noch lange keine Ausrede: Basische Kost kann in vielen Teilen roh verzehrt werden. Somit lassen sich Heißhungerattacken und Zeitmangel manchmal ganz leicht überbrücken.

Ausreichend Flüssigkeit hilft dem Körper ebenfalls, Schlacken auszuspülen und gegen die Übersäuerung zu wirken. Hier aber bitte stilles Mineralwasser und Kräutertees statt Cola und Limonade.

Hausmittel gegen Übersäuerung

Neben einer Ernährungsumstellung kann man dem Körper bei der Übersäuerung auch mit altbewährten und einfachen Hausmitteln zu Hilfe kommen. So wie man mit Essig Kalkflecken zu Leibe rückt, wirkt Apfelessig auch gegen Übersäuerung: Zwei Esslöffel Apfelessig in einem Glas Wasser vermengen und trinken. Ideal wirkt es, wenn man das zwei bis drei Mal täglich wiederholt. Wer den Geschmack nicht mag, süßt mit etwas Honig nach.

Und wer denkt, Apfelessig ist sauer, wie kann man Säure mit Säure bekämpfen? Bei der basischen Ernährung geht es nicht darum, ob ein Lebensmittel sauer schmeckt, sondern ob es sauer verstoffwechselt wird. So wirken auch die sehr sauren Zitronen in unserem Körper basisch. Den Saft einer frisch gepressten Zitrone mit Wasser vermischen und drei Mal täglich einnehmen. Wem es zu sauer ist, der süßt mit etwas Honig nach.

Auch Natron und Backpulver bekämpfen überschüssige Säure – vor allen Dingen im Magen: In einem Glas Wasser einen halben Teelöffel Natron oder Backpulver auflösen und einen Spritzer Zitronensaft hinzugeben. Drei Mal täglich wiederholen.

Entsäuerung des Körpers und Sport

Zu einem ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt gehören neben der Ernährung auch körperliche Tätigkeiten. Ob das ein Beruf ist, der einen körperlich stark fordert oder Sport – es kommt auf die Menge und die Art der Belastung an. Menschen mit einer übermäßigen Säure im Körper sind oft antriebslos und geschwächt – dem Körper fehlen schließlich vitalisierende Mineralstoffe.

Bewegung in Maßen ist gut und fördert den Abbauprozess. Wichtig ist es aber zu bedenken, dass die Muskelmasse dann einen erhöhten Bedarf an Mineralstoffen hat, um die Arbeit zu kompensieren. Eventuell sollte man dies auf dem Speiseplan berücksichtigen.