Gerade wenn sich mit dem Winter und seinem nasskalten Wetter die Erkältungszeit nähert, fragen sich viele Sportler, ob man mit einer Erkältung eigentlich noch Sport treiben darf.

In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit genau dieser Frage. Wir wollen Ihnen eine Entscheidungsgrundlage geben, mit der Sie am besten abwägen können, ob Sport noch gut für Sie ist oder ob es besser wäre, im Bett zu bleiben. 

Was passiert bei einer Erkältung im Körper?

Eine Erkältung ist eine Infektion der Atemwege – ein sogenannter grippaler Infekt. Dabei gibt es verschiedene „Härtegrade“. Je schwerer die Erkältung, desto mehr der folgenden Symptome treten auf:

  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Schnupfen
  • Kopfschmerzen
  • schmerzende Glieder

Eine Erkältung unterscheidet sich unter anderen dadurch von einer richtigen Grippe, dass die Körpertemperatur in der Regel nicht über 38,5 Grad Celsius steigt. Kommt es zu höheren Temperaturen und schweren Gliederschmerzen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich um eine Grippe handelt.

Knapp 90 Prozent aller Erkältungen werden durch Viren ausgelöst, die in die Atemwege gelangen und dort eine Infektion verursachen. Durch diese Infektion kommt es zu Schwellungen und Reizungen, welche mit typischen Beschwerden wie Husten und einer laufenden Nase einhergehen.

Jeder Erkältungsinfekt kann unterschiedlich verlaufen. Die Symptome einer Erkältung können ganz individuell und in verschiedenen Ausprägungen auftreten. Der eine bekommt eine stets laufende Nase, während der andere über Hals-, Glieder- oder Kopfschmerzen klagt.

Auch wenn der ganze Körper unter den Erkältungs-Viren leidet, sind die Atemwege doch die am stärksten belastete Region des Körpers. Die Schleimhäute in den Atemwegen schützen vor Krankheitserregern und Staubpartikeln und sind meist zuerst von den Erkältungssymptomen betroffen.

Die mukoziliäre Clearance, das körpereigene Reinigungssystem, transportiert einen Großteil der Viren und Bakterien wieder aus dem Körper hinaus. Die vermehrte Schleimbildung während einer Erkältung hat also den Zweck, die Erreger wieder aus dem Körper zu bekommen.

Dieser Abtransport geschieht über wellenartige Bewegungen der zilientragenden respiratorischen Zellen, die auch Flimmerepithel genannt werden.

Diese Zellen bedecken den Großteil der Atemwegsoberfläche und bewegen sich ununterbrochen. Sie transportieren den Schleim in Richtung Rachen, wo er anschließend geschluckt und letztendlich über den Magen-Darm-Trakt ausgeschieden wird. Während einer Erkältung sollten Sie darauf achten, Ihr Sekret auszuspucken, damit die Erreger nicht in Ihrem Körper verbleiben.

Wann wird Sport bei Erkältung gefährlich?

Darf man nun bei einer Erkältung Sport treiben? Sobald es sich nicht mehr nur um eine leichte Erkältung mit kaum oder wenigen Beschwerden handelt, sollten Sie von sportlicher Ertüchtigung absehen.

Warum genau sollte bei einer Erkältung kein Sport getrieben werden? Sport bei einer Erkältung ist gefährlich, da die Auswirkungen der Krankheit potenziert werden könnten.

Durch die zusätzliche Belastung wird der Genesungsprozess verlangsamt und Ihr Körper wird anfälliger für bakterielle Infektionen. Geben Sie ihm nicht die Möglichkeit, sich zu erholen, kann sich die Infektion weiter ausbreiten und andere Organe befallen.

Weitere Folgen von Sport während einer Erkältung können sein:

  • Verzögerter Heilungsprozess der Erkältung: Da sich der Körper nicht nur auf die eingedrungenen Krankheitserreger konzentrieren kann, sondern sich auch um die Auswirkungen des Sportes kümmern muss, wird der Heilungsprozess vernachlässigt und somit in die Länge gezogen.
  • Ein heftigerer Krankheitsverlauf möglich: Da sich das Immunsystem beim Sport nicht richtig um die Eindringlinge kümmern kann, wird die Ausbreitung der Erreger erleichtert. So kann eine normale Erkältung verschleppt werden und beispielsweise zu einer Lungenentzündung führen.
  • Komplikationen infolge von Sport bei einer Erkältung: Sport bei einer Erkältung kann zur Infektion von anderen Organen führen und zum Beispiel eine Herzmuskelentzündung verursachen. Diese chronische Erkrankung kann Ihren Körper über Jahre hinweg schwer belasten und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Das Tückische an dieser Entzündung ist, dass die Beschwerden anfangs sehr unspezifisch sind und teilweise von den Betroffenen nicht wahrgenommen werden.

Sport bei fiebrigen Erkrankungen

Auf körperliche Ertüchtigung während einer fiebrigen Erkrankung sollten Sie unbedingt verzichten. Der Körper ist in dieser Phase bemüht, die Krankheitserreger zu bekämpfen. Zusätzliche Belastung durch Sport kann in solch einem Krankheitsstadium im schlimmsten Fall zu einem Kreislaufzusammenbruch führen.

Das Risiko einer weiteren Ausbreitung der Erreger, durch die auch weitere Organe befallen werden können, steigt durch Sport erheblich an. Wie bereits erwähnt, können dadurch gefährliche Sekundärinfektionen des Herzens oder der Lunge initiiert werden.

Sport bei viralen Erkrankungen

Auch wenn es sich nur um einen viralen Infekt handelt, also eine herkömmliche Erkältung, sollten Sie vorsichtshalber auf Sport verzichten. Es gibt zahlreiche kardiotrope Viren, die nicht nur Erkältungssymptome wie Husten, Halsschmerzen oder Schnupfen hervorrufen, sondern auch das Herz angreifen können.

Am weitesten verbreitet sind in unseren Breitengraden die Coxsackieviren, welche diese Eigenschaften aufweisen. Bei ungefähr einem Prozent aller Virusinfekte kommt es zu einer Manifestation der Entzündung des Herzens (Myokarditis). In seltenen Fällen kann zusätzlich auch die Herzinnenhaut (Endokarditis) und der Herzbeutel (Perikarditis) betroffen sein.

Sport bei bakteriellen Erkrankungen

Gerade bei einer bakteriellen Infektion ist es wichtig, dass Sie Ihrem Körper ausreichend Zeit zur Regeneration einräumen. Denn hier ist das Risiko deutlich höher, dass sich die Erreger weiter ausbreiten und eine Sekundärinfektion entsteht.

Auf Sport bei einer Bronchitis, die aus einer Erkältung heraus entstanden ist, sollten Sie grundsätzlich verzichten. Wenn sich Ihr Immunsystem nicht vollständig auf die Erkrankung konzentrieren kann, wird der Genesungsprozess verlangsamt und das Risiko für eine chronische Manifestation der Bronchitis steigt.

Sport bei Erkältung — Anfängliche oder abklingende Symptome?

Je nach Phase des Krankheitsverlaufes sollte entsprechend auf die Erkältung reagiert werden. Je nach Situation sollten Sie sich genau überlegen, ob es sinnvoll ist, Ihren Körper der zusätzlichen Belastung durch Sport auszusetzen.

Sport bei einer abklingenden Erkältung

Haben Sie Ihre Erkältung langsam überwunden und wieder Lust, ausgiebig Sport zu treiben? Gehen Sie es zunächst lieber langsam an. Vor Beginn der ersten Trainings-Session sollten alle Beschwerden abgeklungen sein und Sie sollten seit mindestens zwei Tagen keine Medikamente mehr eingenommen haben.

Sowohl im Kraft- als auch im Ausdauerbereich ist es besser, wenn Sie nicht sofort wieder mit Ihrem gewohnten Pensum beginnen. Tasten Sie sich lieber langsam an die Belastung heran. Wenn Sie gleich wieder mit Ihrem gewohnten Trainingsvolumen einsteigen, riskieren Sie einen Rückfall.

War Ihre Erkältung sogar mit einem Fieber verbunden, ist es ratsam, nach dem Abklingen der Symptome noch eine Woche zu warten, bevor Sie wieder mit dem Sport anfangen. Nach einem schweren Krankheitsverlauf mit Fieber benötigt Ihr Körper einfach etwas Zeit, um sich wieder vollständig regenerieren zu können.

Sport bei einer beginnenden Erkältung

Bei einer beginnenden Erkältung ist es besonders wichtig, dass Sie auf die Signale Ihres Körpers achten. Wenn Sie merken, dass sich eine Erkältung in Ihrem Körper ausbreitet, sollten Sie Ihr Trainingspensum drosseln. Je nachdem, was sich für Symptome zeigen, können Sie unterschiedlich damit umgehen.

Sind es zum Beispiel nur leichte Beschwerden wie Schnupfen, ein Kratzen im Hals oder etwas „schwerere“ Gliedmaßen, sind leichte sportliche Betätigungen durchaus möglich (z.B. Fahrradfahren oder leichtes Joggen). Richtig anstrengenden Kraft- oder Ausdauersport sollten Sie jedoch der eigenen Gesundheit zuliebe besser nicht ausüben.

Ausgeprägte Halsschmerzen sind ein ernstzunehmendes Ausschlusskriterium für Sport. Denn hierbei handelt es sich um ein ziemlich sicheres Anzeichen für eine sich entwickelnde Erkältung oder eine entstehende Mandelentzündung. Geben Sie Ihrem Körper in diesem Fall lieber ausreichend Zeit zur Erholung, damit Sie schnell wieder zurück zum Sport können.

Sobald Sie Medikamente zu sich nehmen müssten, um die gewünschte sportliche Leistung erbringen zu können, ist es besser für Ihren Körper und sein Immunsystem, auf Sport zu verzichten. Andernfalls gehen Sie ein hohes Risiko ein, den Infekt zu verschleppen und riskieren sekundäre Infektionen.

Als Übergangslösung bei einer Erkältung empfiehlt sich beispielsweise eine leichte Art des Ausdauersports, wie zum Beispiel Walking, leichtes Joggen, Fahrradfahren oder Schwimmen. Der Körper und sein Immunsystem werden bereits bei den kleineren Symptomen einer Erkältung belastet und geschwächt. In den meisten Fällen bietet sich auch ein ausgedehnter Spaziergang an, um den Bewegungsdrang zu befriedigen.

Die positiven Auswirkungen von Sport — trotz Erkältung

Hilft Sport bei einer Erkältung? Das kommt auf die Situation an. Bei einer leichten Erkältung kann Sport die Durchblutung Ihrer Schleimhäute verbessern und so dazu beitragen, dass die Erreger schneller aus dem Körper transportiert werden.

Ist die Erkältung stärker ausgeprägt und geht mit Fieber, Halsschmerzen und Husten einher, ist Ihr Körper bereits stark belastet. In diesem Fall hat zusätzliche körperliche Belastung nur negative Auswirkungen.

Sie sollten immer im Hinterkopf behalten, dass hohe Trainingsreize eine Erkältung eher verschlimmern, als verbessern. Deshalb ist es enorm wichtig, dass Sie auf die Signale Ihres Körpers achten.

Wenn Sie sich beim Sport nicht wohlfühlen, ist es keine Schande, das Training auszusetzen. Sport ist während einer Erkältung oder selbst einem leichten Schnupfen immer mit Vorsicht zu genießen.

Wenn Sie es übertreiben, kann sich der Infekt verschlimmern oder andere Organe befallen, was eine deutlich längere Trainingspause zur Folge hätte.

Ihr Ruhepuls ist ein gutes Indiz, um zu entscheiden, ob sportliche Belastung noch sinnvoll ist. Wenn sich bereits ein Infekt in Ihrem Körper ausgebreitet hat, ist Ihr Puls für gewöhnlich um bis zu zehn Schläge erhöht.

In diesem Fall sollten Sie auf Sport verzichten. Die Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Sie wissen, wie hoch Ihr Ruhepuls im gesunden Zustand ist.

Moderater Sport bei einer leichten Erkältung — Worauf sollte man achten?

Bei einer leichten Erkältung müssen Sie nicht sofort auf Sport verzichten. Es ist jedoch empfehlenswert, das Trainingspensum etwas zu drosseln. Wenn Sie merken, dass sich die Beschwerden verschlimmern, sollten Sie eine Pause einlegen und erst wieder mit Sport beginnen, wenn die Beschwerden abgeklungen sind.

Was ist das richtige Sport-Pensum?

Für den Einzelnen lässt sich nur schwer eine präzise Empfehlung aussprechen, da dies natürlich vom Schweregrad Ihrer Erkältung, Ihrem Trainingszustand und Ihrem üblichen Trainingspensum abhängig ist.

Wenn Sie merken, dass eine Erkältung im Anflug ist, sollten Sie Ihr Training um mindestens 50% drosseln. Werden die Symptome unter Belastung schlimmer, ist gänzlich von körperlicher Aktivität abzuraten.

Besonders intensive Sportarten (z.B. Fußball, Handball oder Kraftsport) sind auch bei einer leichten Erkältung mit Vorsicht zu genießen. Alternativ können Sie auf moderate Sportarten wie leichtes Joggen oder Walken ausweichen. Wenn Sie an der frischen Luft einen ausgiebigen Spaziergang machen, gehen Sie bei einer Erkältung das geringste Risiko ein.

Sport ist nicht gleich Sport — Welche Sportarten werden empfohlen?

Welchen Sport Sie bei einer Erkältung durchführen können, müssen Sie abermals von der Art der Symptome abhängig machen, die Ihre Erkältung mitgebracht hat. Viel hilft viel ist hier keine gute Devise. In diesem Fall sind vor allem Sportarten zu empfehlen, in denen Sie die Geschwindigkeit selbst bestimmen können.

Sportarten, die diese Anforderungen erfüllen, sind beispielsweise:

  • Allgemein Outdoor Sportarten: Wenn Sie während einer Erkältung Sport treiben, dann am besten an der frischen Luft. Allerdings sollten Sie dabei unbedingt auf die richtige Kleidung achten. Nähere Infos hierzu finden Sie weiter unten im Artikel.
  • Walking: Walking ist eine sehr sanfte Methode, Sport während einer Erkältung zu betreiben. Das Tempo ist hier eher langsam, kann aber jederzeit gut an die eigene Konstitution angepasst werden. Vor allem als Wiedereinstieg in den Sport nach einer Erkältung ist Walking hervorragend geeignet.
  • Nordic Walking: Hier verhält es sich wie beim herkömmlichen Walking. Der Unterschied ist, dass Sie zwei Stöcke in den Händen halten, mit denen Sie sich vom Boden abstoßen. Dadurch beanspruchen Sie mehr Muskulatur und das Walken wird merklich anstrengender.
  • Joggen: Was die allgemeine körperliche Belastung betrifft, ist Joggen eine leichte Steigerung zum Walking. Wenn Sie sich dabei gut fühlen, können Sie während einer leichten Erkältung getrost joggen gehen. Werden die Beschwerden schlimmer, sollten Sie entweder auf das weniger anstrengende Walking umsteigen oder vom Sporttreiben zunächst absehen.
  • Fahrradfahren: Fahrradfahren kann eine äußerst intensive Belastung für Ihren Körper darstellen. Während einer Erkältung sollten Sie darauf achten, konstant in einem moderaten Tempo zu fahren, um Ihren Körper nicht zu sehr zu belasten.
  • Schwimmen: Auch beim Schwimmen gilt es, ein moderates Tempo einzuhalten. Von Kraul-Schwimmen ist eher abzuraten. Außerdem sollten Sie darauf achten, Ihren Körper und vor allem Ihre Haare anschließend gut abzutrocknen.

Die richtigen Bedingungen für den Sport

Wenn Sie regelmäßig Sport treiben, tuen Sie Ihrem Körper in jedem Fall etwas Gutes. Allerdings gibt es einige Punkte, die zu beachten sind, um Ihrem Körper nicht zu viel zuzumuten und wirklich von den positiven Eigenschaften sportlicher Betätigung zu profitieren.

  • Warme Kleidung (aber nicht zu warm): Ihre Sportkleidung sollte immer an die jeweilige Witterung angepasst sein. Wenn es draußen kalt ist, brauchen Sie natürlich auch warme Kleidung, damit Sie nicht auskühlen. Zu warm sollte sie aber auch nicht sein, da Ihr Körper unter Belastung natürlich mehr Wärme produziert. Im besten Fall ist Ihre Sportbekleidung zusätzlich auch windabweisend und nach außen durchlässig für Feuchtigkeit. Bei heißen Sommertemperaturen können Sie getrost möglichst kurze und luftige Kleidung anziehen und sollten vor allem darauf achten, ausreichend zu trinken.
  • Vermeidung von extremen Temperaturen: Bei extremer Hitze von über 30°C sollten Sie darauf verzichten, draußen Sport zu treiben, da Ihr Körper dann vermehrt schwitzt, um einer Überhitzung entgegen zu wirken. Dadurch steigt das Risiko zu dehydrieren oder sogar einen Kreislaufzusammenbruch zu bekommen. Wenn Sie auf keinen Fall auf Sport verzichten möchten, sollten Sie sich dazu in klimatisierte Räumlichkeiten begeben.

Wann sollte die sportliche Betätigung abgebrochen werden?

Falls Sie während des Sports Anzeichen einer Erkältung feststellen, ist es besser, die Belastung vorerst zu unterbrechen und Ihrem Körper eine Pause zu gönnen.

  • Fieber: Bei Fieber sollten Sie tunlichst davon Abstand nehmen, Ihren Körper mit Sport zusätzlich zu belasten. Wenn Sie das Fieber erst während des Sports bemerken, sollten Sie die Belastung unmittelbar abbrechen. Wenn Sie dagegen Ihren Körper weiterhin zusätzlicher Belastung aussetzten, kann es im schlimmsten Fall zu einer Lungen- oder Herzmuskelentzündung kommen.
  • Halsschmerzen: Treten beim Sport Halsschmerzen auf, sollten Sie zunächst überprüfen, ob Sie auch ausreichend getrunken haben. Denn eine trockene Kehle kann schnell mit dem Gefühl von Halsschmerzen verwechselt werden. Bei Halsschmerzen trotz ausreichender Flüssigkeitszufuhr sollten Sie Ihre sportliche Belastung in jedem Fall abbrechen. Denn Halsschmerzen sind nicht nur ein typisches Symptom für eine Erkältung, sondern können auch auf eine Mandelentzündung hindeuten, welche in den meisten Fällen von Bakterien verursacht wird. Durch die körperliche Belastung können sich die Bakterien im schlimmsten Fall weiter ausbreiten und andere Organe wie das Herz oder die Nieren in Mitleidenschaft ziehen.
  • Atemprobleme: Wenn Sie intensiv Sport treiben, kommen Sie schnell außer Puste. Das ist völlig normal. Sollten Sie jedoch das Gefühl haben, dass Sie auch bei niedriger Belastung nicht genug Luft bekommen, könnten sich Ihre Bronchien beispielsweise durch eine Bronchitis oder sogenanntes Anstrengungs-Asthma verengt haben. Legen Sie in diesem Fall eine kurze Pause ein. Wenn die Beschwerden wieder auftreten, sollten Sie Ihr Training abbrechen.
  • Müdigkeit / Abgeschlagenheit: Sollten Sie während des Sports plötzlich sehr müde werden, könnte dies ein Zeichen für Überanstrengung oder einen sich anbahnenden Infekt sein. In diesem Fall sollten Sie Ihren Körper lieber schonen und von sportlicher Belastung absehen.
  • Husten: Müssen Sie während des Sports häufig husten, kann das verschiedene Gründe haben. Auch hier kann ein Anfall von Anstrengungs-Asthma die Ursache sein. Dieses kann zum Beispiel durch kalte Luft mit niedriger Luftfeuchtigkeit begünstigt werden. Falls bei Ihnen ein Asthma bronchiale bekannt ist, sollten Sie Sport nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt in Betracht ziehen. Ansonsten gilt bei Husten, das Training abzubrechen und die Ursache abklären zu lassen.

Das Erkältungsrisiko nach dem Sport minimieren

Studien belegen, dass die Infektanfälligkeit nach einer intensiven Trainingseinheit für bis zu 72 Stunden erhöht ist. Der Grund dafür ist, dass nach dem Sport der Leukozyten-Anteil (weiße Blutkörperchen) im Blut kurz ansteigt, und danach rapide absinkt.

Da die Leukozyten ein grundlegender Bestandteil des unspezifischen Immunsystems sind, fällt es Viren und Bakterien in diesem Zeitraum deutlich leichter, in Ihren Körper einzudringen. Dieses Phänomen wird auch als der sogenannte „Open-Window-Effekt“ bezeichnet.

Der Open-Window-Effekt tritt grundsätzlich immer auf, egal ob es draußen warm oder kalt ist. Im Sommer können Sie ihn aufgrund der warmen Temperaturen jedoch besser kompensieren. Bei kaltem Wetter kühlen Sie schneller aus und sind schon allein dadurch anfälliger für Infekte. Kommt nun der Open-Window-Effekt hinzu, haben Viren und Bakterien leichtes Spiel.

Darum ist es besonders wichtig, dass Sie sich im Winter dem Wetter entsprechend kleiden, wenn Sie draußen Sport machen. Am besten nutzten Sie dazu das sogenannte “Zwiebelschalenprinzip”, indem Sie mehrere Schichten Kleidung tragen. Je kälter es draußen ist, desto mehr Schichten sollten Sie tragen.

Außerdem sollten Sie unter keinen Umständen mit nassen Haaren in die Kälte gehen. Da Sie auch im Winter beim Sport schwitzten, wodurch auch die Haare feucht werden, sollten Sie beim Sport am besten eine atmungsaktive Mütze tragen.

Allgemeine Informationen zum Sport bei Erkältung

Das „Ausschwitzen“ – Ist vermehrtes Schwitzen bei einer Erkältung hilfreich?

Ein altbekanntes Hausmittel besagt, man könne den Heilungsprozess einer Erkältung durch erzwungenes Schwitzen unterstützen. Doch stimmt das wirklich? Grundsätzlich ja. Der Gedanke dahinter ist, durch von außen zugeführte Wärme ein „künstliches Fieber“ zu erzeugen.

Das Schwitzen an sich hat allerdings keinen Einfluss auf die Genesung. Bei höheren Körpertemperaturen läuft jedoch das Immunsystem auf Hochtouren und kann die Erreger besser abtöten. Darüber hinaus wird der Blutfluss angeregt, wodurch die Abwehrstoffe schneller zum Bestimmungsort gelangen.

Am besten machen Sie sich dazu eine Wärmflasche und legen sich mit langer Kleidung ins Bett. So können Sie Ihr Immunsystem auf schonende Weise unterstützen.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten, ist bei einer vorliegenden Erkältung intensiven Sport zu treiben oder in die Sauna zu gehen. Denn beides stellt eine zu hohe Belastung für Ihr Herz-Kreislauf-System dar und verbraucht wertvolle Energie, die Ihr Immunsystem für den Heilungsprozess benötigt.

Medikamenteneinnahme und Sport während einer Erkältung

Eine Kombination aus Erkältung, Medikamenten und Sport ist grundsätzlich keine gute Idee. Denn viele Medikamente, die bei einer hartnäckigen Erkältung verschrieben werden (z.B. Ibuprofen oder Diclofenac) werden über die Nieren abgebaut.

Wenn Sie Sport treiben, werden in erster Linie Ihre Muskeln mit Blut versorgt, wodurch weniger Blut für Organe wie die Nieren, die Leber oder die Verdauungsorgane zur Verfügung steht. Der Abbau der Wirkstoffe aus dem Blut wird dadurch verlangsamt.

Studien belegen, dass bei Ausdauersportlern, die vor einem Wettkampf Schmerzmittel eingenommen haben, das Risiko für Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufbeschwerden oder sogar Nierenversagen steigt.

Auch Sport bei einer Erkältung ist, verbunden mit der Einnahme von Antibiotika, eher kontraproduktiv. Hier besteht eine ähnliche Problematik wie bei der Einnahme von Schmerzmitteln und Co. Antibiotika werden meist über die Leber verstoffwechselt. Sport verlangsamt diesen Prozess und kann im schlimmsten Fall bleibende Schäden an Ihrer Leber hervorrufen oder sogar zu Leberversagen führen.

Für wen ist Sport bei einer leichten Erkältung geeignet?

Im folgenden Abschnitt erfahren Sie, ob es bestimmte Personengruppen gibt, für die andere Maßstäbe im Bezug auf Sport bei einer Erkältung gelten.

Sport bei Erkältung für Kinder

Was die Kombination von Sport und Erkältung bei Kindern anbelangt, gilt hier genau das gleiche wie für Erwachsene. Bei einem leichten Schnupfen gibt es keinen Grund, vollständig auf Sport zu verzichten. Handelt es sich jedoch um eine ausgewachsene Erkältung mit Husten und Fieber, sollte sich das Kind besser auskurieren.

Hinzu kommen allerdings zwei Problematiken: Kinder haben allgemein ein höheres Risiko für virale und bakterielle Infektionen, weil sich das Immunsystem erst im Laufe des Lebens vollständig ausbildet.

Außerdem sind Kinder von Hause aus gerne körperlich aktiv, toben herum und nehmen dabei keine Rücksicht auf eine möglicherweise vorliegende Erkältung. Daher ist es in erster Linie die Aufgabe der Eltern, darauf zu achten, dass sich die Kinder vollständig auskurieren, bevor sie wieder aktiv Sport treiben.

Sport bei Erkältung für Schwangere

Sport ist bei einer Erkältung in der Schwangerschaft komplett tabu. Der Körper von Schwangeren ist schon durch das ungeborene Kind einer hohen Belastung ausgesetzt. Bekommt er bei einer Erkältung nicht die nötige Ruhe, um sich vollständig auszukurieren, besteht das Risiko, dass sich der Infekt verschlimmert oder sogar in eine bakterielle Infektion übergeht.

Darüber hinaus besteht bei Fieber über 39°C ein gesteigertes Risiko für vorzeitige Wehen, wodurch es im schlimmsten Fall zu einer Früh- oder Fehlgeburt kommen kann. Daher sollten schwangere Frauen auf keinen Fall ein Risiko eingehen und auch bei einem leichten Schnupfen vollständig auf Sport verzichten.

Sport bei Erkältung für Senioren

Das Immunsystem von Senioren ist aus vielerlei Gründen nicht mehr so stark, wie das von jüngeren Menschen. Dafür ist zum Beispiel die ganz natürliche Verlangsamung von Stoffwechselprozessen und die empfindlicher werdende Haut verantwortlich.

Daher gilt auch für Senioren: Sport ist bei einer Erkältung tabu, auch wenn es sich nur um einen leichten Schnupfen handelt.

Andernfalls kann der Genesungsprozess hinausgezögert werden, was zu einer bakteriellen Infektion oder im schlimmsten Fall auch zu einer Herzmuskelentzündung führen kann. Dieses Risiko besteht zwar auch bei jungen Menschen, ist jedoch bei Senioren aufgrund des schwächeren Immunsystems deutlich höher.

Sport bei Erkältung – Ein Fazit

Wann kann man Sport treiben?

Wie bereits erwähnt, ist Sport bei einer leichten Erkältung kein Problem. Hier kann körperliche Ertüchtigung sogar einen positiven Effekt haben, indem sie die Durchblutung der Schleimhäute verbessert und so den Abtransport der Erreger unterstützt.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass nichts gegen Sport bei einer Erkältung ohne Fieber und Reizhusten spricht. Allerdings sollten Sie Ihrem Körper keine Höchstleistungen abverlangen. Beschränken Sie sich lieber auf leichte Belastungen und fahren Sie Ihr übliches Pensum etwas herunter. Auf sehr intensive Belastungen wie schweres Krafttraining oder Sprints sollten Sie besser verzichten.

Wann sollte man auf Sport verzichten?

Sport bei einer starken Erkältung ist keine gute Idee. Wenn Sie sich abgeschlagen fühlen und Fieber haben, sollten Sie Ihrem Körper die Erholung gewähren, die er zur vollständigen Regeneration benötigt.

Wie schon beschrieben, kann Sport bei einer Erkältung schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Die möglichen Auswirkungen gehen von einer bakteriellen Infektion über chronische Atemwegserkrankungen bis hin zur Herzmuskelentzündung, die im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich sein kann.

Möchten Sie schnellstmöglich wieder fit und leistungsfähig sein, um in Ihrem Sport wieder Vollgas zu geben? Dann sollten Sie eine hartnäckige Erkältung vollständig auskurieren, um nicht zu riskieren, eine deutlich längere Zwangspause einlegen zu müssen.