Unser Leben besteht aus dem stetigen „Heilmachen“ des Körpers durch sich selbst. Dieser Eigenprozess der körperlichen und psychischen Regeneration und Gesundung wird seit altersher durch Ärzte und Heilkundige unterstützt. Hierbei waren ihre Fähigkeiten auf die Zusammenarbeit vor allem mit Frauen und Müttern angewiesen, denen die Fürsorge und Pflege eine selbstverständliche Aufgabe und ein natürliches Bedürfnis war.

Wie vor tausenden Jahren sind Pflanzen noch heute nicht nur wesentliche Nahrungsbestandteile, sondern gleichzeitig auch Hausmittel für die mütterliche Hilfe zur Selbsthilfe, als auch Arzneimittel. Sie werden gerade wiederentdeckt.

Neue und innovative – auch phytotechnische – Verfahren zur genauen Analyse der Art und Dosis von Inhaltsstoffen sowie spezifischer Produktion sind in Entwicklung.

In Apotheken und Reformhäusern können Produkte oder Pflanzen wie seit jeher für Tees, Salben, Wickel, Kompressen, Spülungen oder Bäder wie auch zur inneren Anwendung in guter und überprüfter Qualität erworben werden.

In alten Zeiten genügte das Wissen über die Heilwirkung einer bestimmten Pflanze bei einer bestimmten Krankheit. Über die Zeit stellten sich die Ärzte aber immer mehr die Frage nach dem Warum. Nach der Wirkung und Wirkungsweise.

Die Kräuterheilkunde entwickelte sich so über die Zeit zu einer wissenschaftlichen Heilmethode, zur Pflanzenheilkunde, auch Phytotherapie genannt. Die chemische Struktur und die biochemischen Reaktionen im Körper wurden nach und nach von vielen Pflanzen in wissenschaftlichen Studien bestätigt und damit zunehmend berechenbar.

Wie immer kommt es bei der Wirkungsweise und den einzelnen Menschen auf die Dosis an, auch beim alltäglichen Nutzen als Getränk, bei der Ernährung oder als Hausmittel. Eine Frau, ein Mann, ein Kind oder ein alter Mensch haben andere Stoffwechsel, existieren tagtäglich in unterschiedlichen Phasen zwischen gesund und krank.

Ein bis drei Tassen Kaffee beispielsweise können einzelne stimulieren, andere bekommen Herzrasen oder Bauchprobleme. Ein Espresso am Abend kann bei alten Menschen ein gutes Schlafmittel sein, bei jungen aber das Gegenteil bewirken.

Normalerweise ist die Wirkung von Heilpflanzen nebenwirkungsfreier als die von chemisch-synthetischen Produkten, die meist ganz andere Konzentrationen spezieller Inhaltsstoffe aufweisen.

Bei vielen Entzündungen, sowohl leichter Art wie beim Sonnenbrand oder bei Bauchschmerzen als auch bei chronischen oder funktionellen Erkrankungen können Pflanzen einen heilsamen Nutzen haben.

Mit der Giftigkeit verschiedener Pflanzen wie dem Fingerhut (Digitalis) können Ärzte heute gezielt umgehen. Bestimmte Inhaltsstoffe wie das Digitalis aus dem Fingerhut zur Behandlung von Herzerkrankungen werden heute synthetisch hergestellt. Das gilt auch für die Salicylsäure aus der Weidenrinde, dem heutigen Aspirin.

Liste ausgewählter Heilpflanzen mit Indikation

In der folgenden, unvollständigen Liste finden Sie Heilpflanzen, die Ihrer Gesundheit gut tun können. Sowohl zur Vorsorge als auch zur Therapie und Nachsorge.

Ich habe die Pflanzen einigen alphabetisch geordneten Indikationen zugeordnet. Viele von ihnen sind Bestandteil der Traditionell Europäischen Medizin (TEM). Anwendungsmöglichkeiten und Zubereitungen von 30 der aufgeführten Heilpflanzen finden Sie in meinem Buch: Selbst Heilen mit Kräutern.

Indikation  Heilpflanzen
Abführmittel Brennnessel, Hagebutte 
Abstillen Salbei
Abszesse Kamille
Altersherz Rosmarin, Weißdorn
Aphten Aloe vera, Honig
Appetitanregung Rosmarin, Salbei, Wacholder
Arteriosklerose Bärlauch, Knoblauch, Schafgarbe, Weißdorn
Asthma Fenchel, Flieder, Knoblauch, Quendel
Augenentzündung Augentrost, Eichenrinde, Fenchel, Honig
Blähungstreibende Mittel Fenchel, Kamille, Knoblauch, Kümmel, Pfefferminze, Salbei
Bauchschmerzen Fenchel, Kamille, Melisse, Pfefferminze
Blasenentzündung Hagebutte, Kapuzinerkresse, Leinsamen, Meerrettich, Wacholder
Blutbildung Brennnessel
Bluthochdruck Bärlauch, Knoblauch, Weißdorn
Bluterguss Arnika Zaubernuss
Blutdruck (niedrig) Campher, Rosmarin
Blutreinigung Kamille, Löwenzahn, Wacholder
Blutstillung Brennnessel, Sanddorn, Zaubernuss
Bronchitis Flieder, Knoblauch, Lindenblüten, Leinsamen, Thymian, Senf
Darmblutungen Hamamelis, Hirtentäschel
Darmerkrankungen Arnika, Fenchel, Hagebutte, Johanniskraut, Kamille, Knoblauch, Leinsamen, Pfefferminze, Quendel, Rosmarin, Salbei
Darmträgheit Leinsamen, Flohsamen, Hirtentäschel
Depressive Zustände Johanniskraut
Durchfall & Darmentzündungen Eichenrinde, Heidelbeere, Pfefferminze, Salbei
Einschlafstörungen Baldrian, Hopfen, Passionsblume, Lavendel
Ekzem Aloe vera, Eichenrinde, Leinsamen
Entzündungen (äußerlich) Aloe vera, Honig / Propolis, Kamille, Ringelblume, Zistrose
Entzündungen (innerlich) Honig / Propolis, Kamille, Kapland-Pellargonie, Ringelblume, Salbei, Zistrose
Getrocknete Heilpflanzen
Getrocknete Heilpflanzen halten sich bis zu einem Jahr, wenn sie lichtdicht und luftundurchlässig aufbewahrt werden.
Indikation  Heilpflanzen
Erbrechen Pfefferminze, Ingwer 
Erkältungen Fenchelhonig, Lindenblüte, Quendel, Sanddorn, Sonnenhut
Fieber Holunderblüte, Holunderbeere, Lindenblüten
Fingernagelbett-entzündung Kamille, Teebaum
Frühjahrsmüdigkeit Hagebutte, Sanddorn
Furunkel Kamille, Leinsamen, Sonnenhut, Teebaum
Fußpilz Hamamelis, Teebaum
Gallenbeschwerden Enzian, Kamille, Knoblauch, Leinsamen, Löwenzahn, Pfefferminze
Gallensteine Kurkuma, Rosmarin
Gefäßerkrankungen Arnika, Rosskastanie, Zaubernuss
Gelenksentzündungen Senfmehl, Kurkuma
Gelenkschmerzen Arnika, Heublumen, Kurkuma, Rosmarin
Geschwüre Leinsamen
Gicht Brennnessel, Johanniskraut, Rosmarin
Grippe Flieder, Honig, Sonnenhut
Hämorrhoiden Blutwurz, Eichenrinde, Rosskastanie, Zaubernuss
Harntreibende Mittel Brennnessel, Flieder, Hagebutte, Lindenblüte, Löwenzahn, Wacholder
Hauterkrankungen Aloe vera, Eichenrinde, Knoblauch, Leinsamen Löwenzahn, Zaubernuss
Hautpflege Aloe vera, Honig, Zaubernuss
Heiserkeit Honig, Salbei
Herpesbläschen Honig, Melisse
Herzirritationen Pfefferminze, Rosmarin, Weißdorn, (Magnesium, Kalium)
Hexenschuss Brennnessel, Chili, Heublumen, Senf
Husten Fenchel, Holunder, Honig, Quendel
Immunstärkung Blaubeere, Ginseng, Hagebutte, Kurkuma, Orange, Sanddorn, Sonnenhut, Zitrone, Zistrose
Sonnenhut
Der Sonnenhut (Echinacea purpurea) wird besonders bei Entzündungen der oberen Atemwege und zur Vorbeugung von Erkältungen angewendet. Da Echinacea-Präparate das Immunsystem stark stimulieren, dürfen Menschen mit Autoimmunerkrankungen sie nicht einnehmen.
Indikation  Heilpflanzen
Insektenstiche Knoblauch, Salbei, Zitrone, Zwiebel
Ischias Brennnessel, Chili, Johanniskraut, Senfmehl
Kalte Füße Senfmehl
Keuchhusten Fenchel, Flieder, Quendel
Konzentrationsstörung Ginko, Orange, Rosmarin, Salbei
Kopfschmerzen Rosmarin, Senf
Krampfadern Ginko, Rosskastanie, Zaubernuss
Kreislaufstörungen Arnika, Hirtentäschel, Rosmarin
Leberbeschwerden Enzian, Heublumen, Kamille, Löwenzahn, Pfefferminze, Salbei
Magenbeschwerden Fenchel, Heidelbeere, Kamille, Knoblauch, Leinsamen, Löwenzahn, Rosmarin, Salbei, Melisse
Mandelentzündungen Salbei, Honig
Menstruations-beschwerden Johanniskraut, Kamille, Leinsamen, Pfefferminze, Rosmarin, Rosskastanie
Milchschorf Leinsamen
Munderkrankungen Salbei, Melisse
Muskelschmerzen Arnika, Campher, Johanniskraut, Pfefferminze, Rosmarin
Nasenbluten Hirtentäschel, Zaubernuss
Nervenleiden Heublumen, Johanniskraut
Nervenschmerzen Johanniskraut, Rosmarin, Senfmehl
Nervöse Erschöpfung Rosmarin, Orange, Salbei
Ohrenschmerzen Zwiebel, Knoblauch
Prellungen Arnika, Essig, Zaubernuss
Quetschungen Arnika, Quendel, Zaubernuss
Rekonvaleszenz Enzian, Honig, Sanddorn, Hagebutte, Sonnenhut
Reizdarm Kamille, Kurkuma, Melisse, Pfefferminze
Rheumatismus Brennnessel, Johanniskraut, Kurkuma, Löwenzahn, Quendel, Senfmehl
Schlaflosigkeit Baldrian, Kamille, Passionsblume, Pfefferminze, Quendel, Weißdorn
Schleimhaut-entzündung Kamille, Melisse, Pfefferminze
Kamille
Die Kamille (Matricaria chamomilla) ist eine wahre Wunderpflanze mit vielfältigen Einsatzgebieten. Sie wirkt entzündungshemmend, verdauungsfördernd, immunmodulierend, desodorierend, krampflösend, beruhigend und antimikrobiell.
Indikation  Heilpflanzen
Schnupfen Campher, Salz, Thymian
Schuppenflechte Aloe Vera, Leinsamen
Schweißneigung Salbei
Schweißfüße Eichenrinde, Teebaum
Schweißtreibende Pflanzen Holunder, Kamille, Lindenblüten
Schwindel Mistel, Weißdorn
Sodbrennen Kamille, Süßholz, Zitrone, Zistrose, (Heilerde)
Stuhlregulierung Faulbaum, Floh- und Leinsamen
Übelkeit Pfefferminze, Ingwer
Unruhe Fenchel, Kamille, Passionsblume, Pfefferminze
Unterschenkelgeschwüre Hamamelis, Rosskastanie, Sonnenhut, Zaubernuss
Venenentzündung Rosskastanie
Verbrennungen / Verbrühungen Eichenrinde, Honig, Leinsamen, Zaubernuss
Verdauungsförderung Enzian, Faulbaum, Kamille, Leinsamen, Löwenzahn, Pfefferminze
Verstauchung Annika, Quendel, Zaubernuss
Wadenkrampf Rosskastanie, Magnesium
Warzen Apfelessig, Schöllkraut, Teebaum
Weißfluss Eichenrinde, Kamille, Rosmarin, Salbei, Joghurt
Wundheilmittel Honig, Sonnenhut, Zaubernuss
Wurmmittel Knoblauch
Zahnfleisch-erkrankungen Aloe vera, Eichenrinde, Heidelbeere, Salbei
Zahnbeschwerden bei Kindern Kamille, Fenchel