Mehr als 60 Millionen Menschen sind auf der Flucht

Mehr 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Dies ist die höchste Zahl, die jemals vom UN-Flüchtlingswerk UNHCR verzeichnet wurde. Bei dieser Zusammenstellung, die alle Fluchtbewegungen im Jahr 2015 zusammenfasst, rechnet das UNHCR Binnenflüchtlinge (sie bilden mit 38 Millionen Menschen den größten Anteil), Flüchtlinge (20 Millionen) und Asylsuchende, also Flüchtlinge, die noch auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten (zwei Millionen), zusammen. Die Zahl der Menschen, die sich auf der Flucht befinden, hat somit einen neuen Höchststand erreicht. Im Jahr zuvor befanden sich weltweit 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht, ein Jahr zuvor waren es 51,2 Millionen.

Jeden Tag verlassen durchschnittlich 42 500 Menschen ihre Heimat auf der Suche nach Frieden, Sicherheit und einer neuen Zukunft. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge, genau 51 Prozent, sind minderjährig. Statistisch betrachtet ist von 122 Menschen weltweit derzeit eine Person entweder ein Flüchtling, binnenvertrieben oder asylsuchend. Wären alle Menschen, die auf der Flucht sind, Einwohner eines einzigen Landes, wäre es die 24. größte Nation der Welt.

Die Hauptherkunftsländer der Flüchtlinge

Der massive Anstieg der Menschen auf der Flucht wurde vor allem durch den Krieg in Syrien verursacht, sowohl innerhalb (7,6 Millionen Binnenvertriebene) als auch außerhalb des eigenen Landes (3,88 Millionen Flüchtlinge). Es folgen Afghanistan (2,59 Millionen Flüchtlinge) und Somalia (1,1 Millionen Flüchtlinge).

Selbst in Zeiten stark ansteigender Zahlen sind Flüchtlinge global sehr ungleich verteilt, darauf weist das UNHRC hin. Reichere Länder nehmen weit weniger Flüchtlinge auf als weniger reiche. Knapp neun von zehn Flüchtlingen (86 Prozent) befanden sich 2014 in Ländern, die als wirtschaftlich weniger entwickelt gelten. Ein Viertel aller Flüchtlinge war in Staaten, die auf der UN-Liste der am wenigsten entwickelten Länder zu finden sind.

Die Fluchtziele

38 Millionen Menschen waren auf der Flucht im eigenen Land, so hat es das UNHCR für das Jahr 2014 festgestellt. Die Länder mit den meisten Binnenflüchtlingen waren Syrien (7,6 Millionen), Kolumbien (6,5 Millionen), der Irak (4 Millionen) und der Sudan (2,3 Millionen). 70 Prozent der Binnenflüchtlinge sind Frauen und Kinder.
Die Zahl der Menschen, die Schutz im Ausland suchen, lag im Jahr 2014 bei 21,5 Millionen. Die Hauptaufnahmeländer der Flüchtlinge, so vermeldet es das UN-Flüchtlingswerk (Stand: erstes Halbjahr 2015), waren die Türkei, die 2,2 Millionen Menschen aufnahm, gefolgt von Pakistan (1,5 Millionen), dem Libanon (1,2 Millionen) und dem Iran (eine Million).

Erscheint am 8. Oktober

Dietrich Grönemeyer sorgt sich um das Wohl seiner Patienten und macht sich Gedanken über das Wohl der Welt. In seinem kleinen großen Buch „Wir – Vom Mut zum Miteinander“ appelliert er an die Mitmenschen, sich ihrer Verantwortung füreinander bewusst zu werden. 
Wenn sieben Milliarden Menschen gleichzeitig, gleichberechtigt und mit derselben Würde auf diesem Planeten leben wollen, geht das nur in gegenseitiger Liebe: In Achtung und Respekt voreinander, in Anerkennung ihrer ganzheitlichen Existenz, unabhängig von verschiedenen Weltanschauungen, Kulturen und Religionen.