Das Atmen fällt schwer, das Gefühl, kaum Luft zu bekommen ist nahezu unerträglich und dazu gesellt sich meist ein starker Hustenreiz. Asthma ist die häufigste chronische Krankheit bei Kindern unter 10 Jahren. Erwachsene sind deutlich seltener betroffen.

Insgesamt nimmt die Zahl der Asthmatiker in Deutschland seit Jahren stetig zu und liegt derzeit mit acht Millionen bei ca. 10% der Bevölkerung. Weltweit leben geschätzt 100 Millionen Menschen mit Asthma.

Mit den richtigen Medikamenten und einem guten Lebensstil bekommt man Asthma fast immer in den Griff. Mitunter lässt sich Asthma sogar heilen.

Lesen Sie hier alles zu den Symptomen, Ursachen und Therapiemöglichkeiten.

Asthma Definition

Asthma ist altgriechisch und bedeutet Keuchen oder Atemnot. Umgangssprachlich verwenden wir Asthma als Kurzform für Asthma bronchiale, eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege.

Wenn die Bronchien – die weiterführenden Verästelungen der Luftröhre in die Lunge – überempfindlich gegenüber verschiedenen Reizen reagieren, verkrampfen sie sich und werden enger. Daraufhin reagieren die Schleimhäute an der Innenwand der Bronchien und schwellen an. Zudem produzieren sie vermehrt Schleim, welcher die Bronchien zusätzlich verstopft.

Will man nun atmen, muss sich die Luft durch die verengten Bronchien quetschen. Das Atmen fällt schwer. Wie bei einem Luftballon, dessen Öffnung man auseinanderzieht, um die Luft pfeifend entweichen zu lassen, pfeift und rasselt der Atem eines Asthmatikers.

In schweren Fällen schafft ein Asthmatiker es nicht mehr ganz, die Luft aus der Lunge komplett auszutauschen. Es bleibt zu viel Kohlendioxid zurück und zu wenig frischer Sauerstoff gelangt in den Körper. Man hat das Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen und versucht durch schnelleres Atmen den Sauerstoffmangel doch noch auszugleichen.

Diese Beschwerden können entweder spontan von selbst abklingen oder durch eine entsprechende Behandlung mit Medikamenten aufgehoben werden.

Asthma verläuft in Schüben, das heißt, dass es Phasen gibt, in denen das Asthma weniger stark ist oder zwischenzeitlich gar nicht auftritt.

Asthma Symptome

In den symptomstarken Phasen zeigt sich Asthma typischerweise durch Schwierigkeiten beim Atmen:

  • Engegefühl in der Brust
  • Husten
  • Mühevolles Ausatmen
  • Pfeifender Ton beim Ausatmen
  • Kurzatmigkeit und Luftnot

Die Symptome treten vor allem nachts und morgens auf.

Bei einem akuten Asthma-Anfall setzen diese Symptome plötzlich ein. Zunächst fängt man an, zu husten, die Brust fühlt sich unangenehm eng an. Für das Atmen muss man sich zunehmend mehr anstrengen und man wird das Gefühl nicht los, dass man einfach nicht genügend Luft bekommt.

Ist der Anfall stark oder man ist Asthma nicht gewohnt, setzt nun Panik und ein erhöhter Herzschlag ein. Um mehr Luft zu holen, atmet man öfter und stärker. Viele Menschen stützen ihre Arme auf ihren Oberschenkeln ab, um so die Atmung zu unterstützen.

Bei jedem Atemzug hören Sie pfeifende Geräusche, wenn die Luft sich durch die verengten Bronchien zwängt. Bei einem sehr schweren Asthmaanfall ohne Behandlung kann die Atemnot so groß werden, dass Sie ins Koma fallen.

In den meisten Fällen klingt der Asthmaanfall jedoch von alleine wieder ab. Begleitet wird die Rückregulierung von einem unangenehmen Husten, bei dem Sie zähen Schleim aus den Bronchien abgeben.

Weitere Symptome als Folge des Asthmaanfalls können sein:

  • Bläulich verfärbte Fingernägel und Lippen (Sauerstoffmangel)
  • Aufgewölbte Brust
  • Rasender Herzschlag
  • Erschöpfung

Asthma Ursachen

Unterschieden wird Asthma in zwei Formen, das allergische Asthma und das nicht allergische (intrinsische) Asthma. Während bei Kindern das allergische Asthma häufiger auftritt, haben Erwachsene häufiger die nicht allergische Form.

Allergisches Asthma

In diesem Fall verengen sich die Bronchien aufgrund einer Allergie. Atmet man ein harmloses Fremdeiweiß (Allergen) ein, reagiert unser Immunsystem darauf mit der Bildung von Antikörpern (Immunglobuline vom Typ E – IgE).

Die Antikörper binden an das Allergen und regen dadurch Mastzellen an, Histamin, Leukotrienen und andere Botenstoffe auszuschütten. Diese Botenstoffe sorgen dafür, dass die Bronchien sich verkrampfen und damit ein Asthmaanfall ausgelöst wird.

Allergene, die häufig Asthma auslösen, sind

  • Pollen von Birke, Haselnusssträuchern, Erlen, Gräsern, Roggen und Wegerich
  • Tierhaare von Katzen, Hunden, Kaninchen, Hasen, Hamstern oder Pferden
  • Milbenkot aus Hausstaub
  • Schimmel auf Lebensmitteln, Wänden oder der Dusche

Auch bestimmte Berufe können eine allergische Asthmareaktion begünstigen. So kann z.B. das Mehl bei Bäckern oder der Holzstaub bei Tischlern, auf Dauer eingeatmet, eine Allergie auslösen. Seit das Risiko für bestimmte Berufsgruppen für Asthma erkannt wurde, nutzen die Menschen vielfach Atemschutzmasken. Berufsasthma ist in den heutigen Tagen darum selten geworden.

Nicht allergisches Asthma

In Filmen ist es oft der schüchterne, schmächtige Schüler, der ein Asthmaspray bei sich trägt. Die Hypothese, dass besonders ängstliche Menschen häufig zu Asthma neigen, ist inzwischen wissenschaftlich widerlegt.

Die Ursachen für ein nicht allergisches Asthma sind sehr vielfältig. Mitunter entsteht es sogar aus dem Zusammenspiel verschiedener Auslöser, die in ihrer Gesamtheit die Atemwege überlasten.

Häufige Auslöser sind:

  • Infektionen, insbesondere Viren, welche die Lunge und Bronchien angreifen
  • Körperliche Belastung: Durch eine verstärkte Atmung, z.B. beim Wintersport, können die Bronchien zu stark abkühlen und trocknen aus. Die Atemwege verkrampfen reflexartig und lösen so einen Asthmaanfall aus
  • Kälte, feuchte Luft (Nebel)
  • Stress: In Prüfungszeiten haben Asthmatiker häufiger Anfälle als an entspannten Tagen. Auch einschneidende Erlebnisse in der Kindheit können das Risiko für Anfälle um das Vierfache erhöhen
  • Medikamente, z.B. Schmerzmittel auf Basis von Acetylsalicylsäure oder Betablocker gegen Herz-Kreislauf-Beschwerden können die Bronchien zum Verkrampfen bringen
  • Luftschadstoffe und Ausdünstungen, z.B. aus technischen Geräten, Kleidung oder Klebstoff

Asthma Mischform

Wenn die Atemwege durch Heuschnupfen oder andere Allergien dauerhaft gereizt sind, kann es dazu kommen, dass die Bronchien empfindlicher werden und auch ohne Allergen verkrampfen. Der Duft eines Parfüms, ein Spaziergang in kalter Winterluft reichen plötzlich ebenfalls, um einen Asthmaanfall auszulösen.

Risikofaktoren

Faktoren, die nach einigen Studien die Entwicklung von Asthma begünstigen sind

  • Zigarettenrauch
  • Bestimmte Medikamente
  • Raumsprays

Asthma Diagnose

Wer wenig Luft bekommt, weil er einmal zu schnell gerannt ist, hat vermutlich kein Asthma. Wenn allerdings Symptome wie Kurzatmigkeit, Pfeifen und trockener Reizhusten hinzukommen, sollte man sich von einem Arzt untersuchen lassen.

Bei Atemnot, Herzrasen und Erschöpfung, bei der man kaum sprechen kann, muss sofort ein Notarzt gerufen werden.

Ihr Hausarzt wird Sie zunächst nach Ihren Symptomen befragen: Welche Symptome treten auf? Wann treten Sie auf? Kommen Sie häufig in Kontakt mit bestimmten Allergenen? Gibt es in der Familie bereits Atemwegserkrankungen?

Mit einem Stethoskop hört Ihr Arzt anschließend Ihre Brust ab. Wenn Ihre Bronchien bereits leicht verkrampft sind, kann er das zischende, brummende oder pfeifende Geräusch deutlich hören. Mit einem Abklopfen des Brustkorbs erkennt Ihr Arzt am Hall, ob beim Ausatmen Luft in der Lunge zurückbleibt.

Bestätigt sich der Verdacht auf Asthma, überweist Ihr Arzt Sie an einen Lungenspezialisten, auch Pneumologe genannt.

Der Pneumologe hat verschiedene Möglichkeiten, Sie auf Asthma zu untersuchen:

Lungenfunktionstest

Hierbei wird der Druck während des Ein- und Ausatmens bestimmt, um Rückschlüsse darauf zu ziehen, wie stark der Atemwiderstand ist und viel Luft beim Ausatmen in der Lunge verbleibt. Im Anschluss bekommen Sie ein Medikament, das die Bronchien erweitert und Sie werden erneut getestet. Sind Ihre Werte nun besser, diagnostiziert Ihr Arzt Asthma.

Um den Verlauf Ihres Asthmas selbstständig beobachten zu können, gibt es sog. Peak-Flow-Meter. Diese Handgeräte messen die maximale Strömungsgeschwindigkeit mit der Sie ausatmen (peak flow). Das ermöglicht Ihnen, ohne Arztbesuch zu erkennen, ob sich Ihre Erkrankung verschlechtert bzw. ob ein weiterer Schub ansteht.

Provokationstest

Um festzustellen, ob der Auslöser Ihres Asthmas allergischer oder nicht allergischer Natur ist, lässt Ihr Arzt Sie einen nicht allergenen Reizstoff einatmen. Verschlechtern sich Ihre Atemwerte daraufhin im Lungenfunktionstest, haben Sie entweder eine Mischform oder ein reines nicht allergisches Asthma. Falls der Test Ihre Bronchien zu stark provoziert, hat Ihr Arzt sofort wirksame Medikamente griffbereit.

Blutuntersuchung

Auch mithilfe einer Blutanalyse lässt sich feststellen, ob Allergene das Asthma auslösen können. Kämpft Ihr Körper gerade mit einer Allergie, zeigt sich das durch die gehäufte Anwesenheit von IgE Antikörpern im Blut.

Welches Allergen genau verantwortlich ist, muss im Anschluss über einen Allergietest geprüft werden. Am häufigsten kommt hier der Prick-Test zum Einsatz, bei dem Lösungen mit Allergenen punktweise auf die Haut aufgetragen werden. Anschließend wird die Haut an diesen Stellen angeritzt. Wird die Haut nach einiger Zeit an einem oder mehreren dieser Punkte rot oder bildet Quaddeln, spricht dies für eine Allergie gegen das jeweilige Allergen.

Ihr Blut gibt dem Arzt außerdem Rückschlüsse darüber, wie viel Sauerstoff Ihre Lunge an Ihr Blut abgibt und wie gut es im Gegenzug Kohlendioxid abnehmen kann. In einer Phase mit Asthma ist Ihr Blut weniger gut mit Sauerstoff angereichert und enthält mehr Kohlendioxid als normal.

Röntgen der Lunge

Weil andere Krankheiten ähnliche Symptome wie Asthma auslösen können, müssen diese ausgeschlossen werden. Durch Röntgen kann der Arzt erkennen, ob Sie statt Asthma an Krankheiten wie einer Lungenentzündung, COPD, Tuberkulose oder Herzschwäche leiden.

Asthma Therapie

Medikamente

Die Therapie besteht hauptsächlich in der Inhalation von Medikamenten. Bei den ersten Anzeichen eines Asthmaanfalls atmen Sie mit Hilfe eines Inhalators ein Spray mit Betasympathomimetika ein. Dieser Arzneistoffe entspannt die Muskulatur der Bronchien und weitet so Ihre Atemwege.

Weil die Wirkung erst nach 15 Minuten voll einsetzt, sollten Sie das Spray immer zur Hand haben, um es rechtzeitig anwenden zu können. Auch die korrekte Anwendung des Sprays müssen Sie beherrschen, weil es andernfalls nicht richtig wirkt. Da jeder Inhalator ein wenig anders funktioniert, lassen Sie sich von Ihrem Apotheker zeigen, wie Sie ihn am besten verwenden.

Für die langfristige Therapie gibt es kortisonhaltige Sprays. Die Wirkung setzt erst nach einigen Stunden ein, darum sind sie für spontane Anfälle nicht geeignet. Kortison hemmt die Entzündungsreaktionen in den Bronchien. Wenn Sie das Mittel langfristig und auch in symptomarmen Phasen, anwenden, hilft es, Ihre Asthmaanfälle abzuschwächen und mitunter sogar ganz vorzubeugen.

Ist Ihr Asthmaanfall lebensbedrohlich spritzt Ihnen der Notarzt Glukokortikoide und Ipratropiumbromid, welche die Bronchien weiten. Außerdem erhalten Sie zusätzlich Sauerstoff über eine Maske.

Allergen-Vermeidung und Hyposensibilisierung

Bei einem allergischen Asthma ist es zunächst gut, wenn Sie das auslösende Allergen meiden können. Sie können als Bäcker z.B. eine Atemmaske tragen. Bei Heuschnupfen ist es hilfreich in der stärksten Zeit einen Kururlaub am Meer zu beantragen.

Um die Allergie zu heilen, gibt es die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung. Hierbei werden Ihnen zunächst sehr stark verdünnte Dosen des Allergens gespritzt, bei denen das Immunsystem noch nicht überreagiert. Die Dosen werden langsam, aber stetig gesteigert. Dabei wird die Toleranz des Immunsystems so lange erweitert, bis es auch bei normalen Mengen nicht mehr übermäßig reagiert.

Der Erfolg der Hyposensibilisierung ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Je älter man ist und je mehr Allergien man hat, desto geringer sind die Erfolgsaussichten.

Naturheilverfahren

  • Atemtherapie: Atemübungen sind Teil vieler naturheilkundlicher Verfahren, wie z.B. Ayurveda oder TCM. Durch sie können Sie Haltungen erlernen, in welchen Ihnen das Atmen leichter fällt oder sie stärken durch die Übungen Ihre Atemmuskulatur. Viele Patienten berichten, dass Ihnen Atemübungen geholfen haben, Anfälle leichter durchzustehen und sie die Dosierung ihrer Medizin senken konnten.
  • Stressvermeidung: Da Stress mit ein Auslöser für Asthma sein kann, können Entspannungstechniken helfen, Anfälle vorzubeugen. Hierfür bieten sich ebenfalls viele alternative Heilverfahren an: Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung sind die bekanntesten Praktiken.
  • Phytotherapie: Aus der Pflanzenheilkunde stehen Ihnen Thymian, Salbei, Efeu, Huflattich und Hanf bei Asthma zur Verfügung, denn sie beruhigen die Schleimhäute der Bronchien. Die Einnahme der Heilpflanzen besprechen Sie jedoch bitte mit Ihrem Arzt. Dieser kann Wechselwirkungen mit Ihren Medikamenten ausschließen. Außerdem ist es wichtig, dass Sie nicht allergisch gegen die Kräuter sind.