Eine zumeist harmlose, aber dennoch sehr belastende Hauterkrankung ist die Akne. Sie tritt in den meisten Fällen bei Jugendlichen in der Pubertät auf, bleibt aber bei 10–20 % der Erwachsenen bestehen.

Da die klinischen Zeichen sogenannte Mitesser im Gesicht sind, die sich nach einer gewissen Zeit zu Pusteln, Papeln und Knoten entzünden, ist die Akne im Wesentlichen ein kosmetisches Problem.

Für den Jugendlichen oder jungen Erwachsenen kann dies gerade in der verletzlichen Phase der Pubertät jedoch zu psychischen Problemen führen.

In diesem Beitrag erfahren Sie die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Akne.

Akne Definition

Akne bezeichnet eine Gruppe von Erkrankungen, welche die Talgdrüsen oder Haarfollikel auf der Haut betreffen.

Der bekannteste Typ ist Akne vulgaris – die gewöhnliche Akne. Sie wird in der Pubertät durch einen veränderten Hormonhaushalt hervorgerufen. Je nach Schweregrad unterteilt man die gewöhnliche Akne in drei Arten:

  • Leichte Akne (Acne comedonica): Die meisten Jugendlichen haben eine leichte Akne, die sich durch kleine Mitesser hauptsächlich auf dem Gesicht, im Bereich von Kinn, Nase und Stirn (T-Zone), zeigt. Sie ist nach wenigen Jahren vorbei und hinterlässt keine Spuren.
  • Mittelschwere Akne (Acne papulo-pustulosa): Bei der mittelschweren Form der Akne entzünden sich die Pickel und füllen sich mit Eiter. Kleine Knötchen (über die Haut erhabene Verdickungen) sind möglich. Neben dem Gesicht sind auch Rücken, Schultern und Dekolleté betroffen.
  • Schwere Akne (Acne conglobata): Bei der schweren Akne werden aus den Pickeln leicht entzündliche und schmerzhafte Zysten, Knoten und Abszesse, die beim Abheilen vernarben.

Neben der gewöhnlichen Akne gibt es viele weitere Formen der Akne. Sie werden danach unterteilt, in welcher Lebensphase sie auftreten oder von was sie ausgelöst werden (z.B. durch Kontaktallergien).

Mögliche Akne-Formen sind zum Beispiel:

  • Neugeborenen-Akne (Acne neonatorum): Mittesser, die bei Neugeborenen auf den Wangen auftreten. Vermutlich entsteht sie durch Hormone der Mutter, die sie auf das Kind übertragen hat. Die Akne heilt wenige Wochen nach der Geburt ab.
  • Medikamenten-Akne (Acne medicamentosa): Bei dieser Akne entstehen die Pickel aufgrund von Medikamenten. Das können u.a. Kortisonpräparate, Antidepressiva oder Anti-Tumor-Medikamente sein. Es bilden sich kleine eitrige Pickel, die mitunter jucken und sich röten.
  • Mallorca-Akne (Acne aestivalis): Diese Form der Akne bekommen die meisten Menschen im Urlaub oder am Sommeranfang. Das UV-Licht der Sonne reagiert mit den Fetten von Sonnenschutzmitteln, Kosmetika oder dem Talg der Haut. Meidet man das Sonnenlicht in den nächsten Tagen, geht die Akne meist schnell wieder zurück. Betroffen sind oft Mädchen mit fettigem Hauttyp.

Akne Ursachen

Ursächlich für die gewöhnliche Akne ist die durch männliche Geschlechtshormone (Androgene, auch bei Frauen) gesteigerte Produktion der Talgdrüsen. Normalerweise kann der Talg durch den Talgdrüsenkanal an die Hautoberfläche gelangen.

Da die Androgene aber auch die Zellen am Talgdrüsenkanal dazu anregen, mehr Hornhaut zu produzieren, verstopfen die Kanäle leicht und der Talg kann nicht mehr auf der Haut abfließen. Ein Mitesser entsteht. Reißt dieser Mitesser auf (z.B. indem man kratzt), kommt Luft an den Talg und der Mitesser wird schwarz.

Gelangen nun Bakterien in den Mitesser, zersetzen sie den Talg und bilden Stoffe, die Entzündungen und die weitere Bildung von Mitessern anregt.
Hormonschwankungen gibt es nicht nur in der Pubertät. Auch eine Schwangerschaft und die Wechseljahre können eine Akne durch verstärkte Androgen-Produktion auslösen. Vererbung und psychischer Stress spielen ebenfalls eine Rolle.

In den meisten Fällen verläuft die Akne leicht und heilt nach einigen Monaten oder Jahren von allein ab, ohne Spuren zu hinterlassen. In schweren Fällen jedoch entwickeln sich große, entzündliche Zysten, Knoten und Abszesse, die eine Vernarbung nach sich ziehen.

Der Schweregrad der Akne kann durch äußere Faktoren beeinflusst werden:

  • Stirnbänder können einen mechanischen Entzündungsreiz mit sich bringen
  • Zusätze in Kosmetika oder Pflegemitteln können eine Akne auslösen oder verschlimmern
  • Medikamente, insbesondere diejenigen, die Kortison enthalten, haben eine mitursächliche Wirkung
  • Auch der Einfluss westlicher Ernährungsgewohnheiten wird in der Forschung diskutiert

Akne Diagnose

Wenn man in der Pubertät eitrige Pickel im Gesicht und auf dem Rücken sieht, ist man sich sicher, dass es sich um Akne handelt. Der Besuch bei einem Hautarzt kann dennoch sinnvoll sein, um andere Hauterkrankungen wie Pilzinfekte (oder im Erwachsenenalter eine Rosacea) auszuschließen.

Um einen Infekt zu diagnostizieren, entnimmt der Arzt Sekret aus dem Pickel und untersucht ihn auf Mikroorganismen wie Pilze oder Bakterien.

Eine Befragung zu Kosmetika, Medikamenten und familiärer Häufigkeit gibt dem Arzt ebenfalls Aufschluss über die Ursachen.

Weiß der Arzt, dass es sich um Akne handelt, um welche Form es sich handelt und was sie auslöst, erstellt er einen Behandlungsplan.

Akne Behandlung

Ziel der Therapie ist eine Regulierung der auslösenden Faktoren:

  • Eine Normalisierung der Bildung von Hornsubstanz
  • Eine Verringerung der Talgproduktion
  • Eine Verminderung der bakteriellen Besiedlung

Leichte Akne

In leichten Fällen reichen antibakterielle Wasch- und Pflegelotionen aus, damit sich die Mitesser nicht entzünden und schnell wieder abheilen können.

Auch austrocknende und schälende Substanzen (Benzoylperoxid) in Gels und Cremes sind eine gute Möglichkeit, Akne in den Griff zu bekommen, bisweilen empfehlen Ärzte den Zusatz eines Antibiotikums.

Mittelschwere Akne

In mittelschweren Fällen ist die Therapie der Wahl die Einnahme eines Antibiotikums (Tetrazykline), bei Frauen auch eine Hormontherapie.

Bitte beachten Sie, dass Sie Antibiotika nicht als Dauerbehandlung einsetzen, da sich sonst resistente Keime bilden können.

Antibiotika kann sich außerdem negativ auf Ihre Darmflora auswirken. Durchfall und andere Verdauungsprobleme können eine Nebenwirkung sein.

Schwangeren, Stillenden und Kindern dürfen Tetrazykline und einige andere Antibiotika nicht einnehmen. Teilen Sie Ihrem Arzt darum unbedingt mit, wenn Sie schwanger sind oder stillen.

Da die gewöhnliche Akne durch zu viel männliche Sexualhormone begünstigt wird, verschreiben manche Ärzte Frauen Anti-Baby-Pillen, die durch Anti-Androgene wirken.

Schwere Akne

Wenn sich Knoten und Zysten bilden, hat sich die Einnahme von sogenannten Retinoiden durchgesetzt, Substanzen, die in ihrer chemischen Struktur und ihren Eigenschaften dem Vitamin A ähneln. Sie sind in bis zu 90 % der Anwendungsfälle erfolgreich und führen zu einer Abheilung.

Da sie einen Fötus schädigen und Missbildungen hervorrufen können, muss bei dem Einsatz bei Frauen eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Die Anwendung von Retinoiden ist erfolgreicher als die Antibiotikatherapie, sowohl hinsichtlich der Wirksamkeit als auch hinsichtlich der Rückfallrate. Daher wird diese Medikamentenklasse auch zunehmend bei leichten und mittelschweren Formen der Akne eingesetzt.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

  • Vereisungen
  • Kosmetisches Ausdrücken
  • UV-Licht-Therapie
  • Microdermabrasion

Akne Hausmittel

  • Dampfbad mit Kamille: Kamille wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Außerdem kann der Dampf die Hautporen öffnen, sodass der Talg abfließen kann. Für ein Dampfbad 3 Teebeutel oder 2-3 TL getrocknete Blüten in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser aufgießen. Nach wenigen Minuten können Sie Ihren Kopf mit einem Handtuch darüber über das Dampfbad halten.
  • Teebaumöl: Teebaumöl wirkt antibakteriell. Wenn Ihre Haut nicht empfindlich ist und Sie der Geruch nicht stört, tragen Sie etwas von dem ätherischen Öl auf die entzündeten und geröteten Pickel.
  • Heilerde: Das Pulver der Heilerde mit etwas Wasser anrühren, die Paste sollte nicht zu flüssig sein. Tragen Sie die Paste die betroffenen Hautareale auf und lassen Sie sie trocknen. Heilerde kann überschüssige Fette und Talg binden. Wenn die Paste getrocknet ist, sanft mit warmen Wasser abwaschen. Da Heilerde die Haut austrocknet ist sie vor allem für Menschen mit einem fettigen Hauttyp geeignet. Bei offenen Wunden Heilerde bitte nicht anwenden.
  • Zink als Salbe oder Tablette: Zink desinfiziert und kann oral eingenommen das Immunsystem stärken. Besprechen Sie die Einnahme von Zinktabletten vorher jedoch bitte mit Ihrem Arzt, da eine Überdosierung Nebenwirkungen auslösen kann.
  • Milchfreie Ernährung: Bei einigen Menschen verschlechtert Milch das Hautbild. Probieren Sie eine milchfreie Ernährung für ein paar Tage aus, vielleicht merken Sie einen Unterschied.
  • Zuckerarme Ernährung: Zucker steht im Verdacht, Entzündungsreaktionen bei Akne zu verstärken.